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Zentrum für psychiatrische Versorgungsforschung (ZpV)

Was ist Versorgungsforschung?
Die Versorgungsforschung widmet sich der Kranken- und Gesundheitsversorgung. Sie ist grundlagen und problemorientiert.
Typische versorgungsmedizinische Fragestellungen betreffen damit beispielsweise den Nutzen bestimmter therapeutischer Verfahren, die gesundheitsökonomischen Vor- und Nachteilen bestimmter medizinischer Interventionen. Aber auch die Rehabilitation, die Versorgung psychisch Kranker durch komplementäre Einrichtungen o.ä. stehen im Fokus zu untersuchender Fragestellungen.
Def. Versorgungsforschung gemäß Bundesärztekammer:
„Eine grundlagen- und problemorientierte fachübergreifende Forschung, welche die Kranken- und Gesundheitsversorgung in ihren Rahmenbedingungen beschreibt, kausal erklärt und aufbauend darauf Versorgungskonzepte entwickelt, deren Umsetzung begleitend erforscht und/oder unter Alltagsbedingungen evaluiert.“
(Holger Pfaff, Vorsitzender des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung)
Basierend auf grundlegendem Wissen über die Praxis der Krankenversorgung möchte das "Zentrum für psychiatrische Versorgungsforschung" der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum ganz im Sinne des noch jungen Gebietes der Versorgungsforschung einen wissenschaftlichen Beitrag zur Steigerung der Problemlösefähigkeit des Gesundheitssystems leisten.
Bislang mangelt es aufgrund der Komplexität der Versorgungslandschaft an Erkenntnissen und Daten über die tatsächliche Versorgungssituation inklusive der Abweichungen zwischen Realität und existierenden Behandlungsleitlinien (Beschreibungsfunktion der Versorgungsforschung), an Hinweisen auf zugrundeliegende Einflussfaktoren (Erklärungsfunktion), daraus abgeleiteten interventionellen Vorschlägen (Gestaltungsfunktion) und evaluierender Begleitforschung (Summative Funktion).
Gerade Populationen wissenschaftlicher Studien scheinen sich hinsichtlich Psychopathologie, Suizidalität und Chronizität von der klassischen Klientel eines Versorgungskrankenhauses zu unterscheiden. Die Versorgungsforschung bietet hier die „letzte Meile“ des Gesundheitswesens und evaluiert die Ergebnisse klinischer Studien im Versorgungsalltag (von der Efficacy zur Effectiveness).
Seit 1995 erheben wir zu diesem Zwecke mittels der psychiatrischen Basisdokumentation (DGPPN-BADO) über 70 soziodemographische, erkrankungsbezogene Variablen für jeden stationären Patienten im Routinebetrieb der Klinik und Poliklinik, eines großen psychiatrischen Versorgungskrankenhauses mit derzeit 475 Betten und einem Pflichtversorgungsauftrag für 800.000 Einwohner in einem gemischt städtisch-ländlichem Gebiet.
Bisher untersuchte Fragestellungen
- Güte der DGPPN-BADO
- Nutzerzufriedenheit (Patienten, niedergelassene Ärzte und Angehörige)
- Behandlungspfade
- Therapieevaluation
- Prävalenz und Prädiktion von Kliniksuiziden
- Angehörige nach Kliniksuizid
- Stationäre Versorgungsrealität schizophrener Patienten
- „Heavy User“
Aktuelle und demnächst startende Projekte
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