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Mittwoch, 08. Februar 2012    

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Position:  / Kliniken / Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie / Forschung / Versorgungsforschung

   
           
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
     
 
       
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   

Zentrum für psychiatrische Versorgungsforschung (ZpV)



Was ist Versorgungsforschung?

Die Versorgungsforschung widmet sich der Kranken- und Gesundheitsversorgung. Sie ist grundlagen und problemorientiert.

Typische versorgungsmedizinische Fragestellungen betreffen damit beispielsweise den Nutzen bestimmter therapeutischer Verfahren, die gesundheitsökonomischen Vor- und Nachteilen bestimmter medizinischer Interventionen. Aber auch die Rehabilitation, die Versorgung psychisch Kranker durch komplementäre Einrichtungen o.ä. stehen im Fokus zu untersuchender Fragestellungen.

 

Def. Versorgungsforschung gemäß Bundesärztekammer:

„Eine grundlagen- und problemorientierte fachübergreifende Forschung, welche die Kranken- und Gesundheitsversorgung in ihren Rahmenbedingungen beschreibt, kausal erklärt und aufbauend darauf Versorgungskonzepte entwickelt, deren Umsetzung begleitend erforscht und/oder unter Alltagsbedingungen evaluiert.“

(Holger Pfaff, Vorsitzender des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung)

 

Basierend auf grundlegendem Wissen über die Praxis der Krankenversorgung möchte das "Zentrum für psychiatrische Versorgungsforschung" der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum ganz im Sinne des noch jungen Gebietes der Versorgungsforschung einen wissenschaftlichen Beitrag zur Steigerung der Problemlösefähigkeit des Gesundheitssystems leisten.

Bislang mangelt es aufgrund der Komplexität der Versorgungslandschaft an Erkenntnissen und Daten über die tatsächliche Versorgungssituation inklusive der Abweichungen zwischen Realität und existierenden Behandlungsleitlinien (Beschreibungsfunktion der Versorgungsforschung), an Hinweisen auf zugrundeliegende Einflussfaktoren (Erklärungsfunktion), daraus abgeleiteten interventionellen Vorschlägen (Gestaltungsfunktion) und evaluierender Begleitforschung (Summative Funktion).

Gerade Populationen wissenschaftlicher Studien scheinen sich hinsichtlich Psychopathologie, Suizidalität und Chronizität von der klassischen Klientel eines Versorgungskrankenhauses zu unterscheiden. Die Versorgungsforschung bietet hier die „letzte Meile“ des Gesundheitswesens und evaluiert die Ergebnisse klinischer Studien im Versorgungsalltag (von der Efficacy zur Effectiveness).

Seit 1995 erheben wir zu diesem Zwecke mittels der psychiatrischen Basisdokumentation (DGPPN-BADO) über 70 soziodemographische, erkrankungsbezogene Variablen für jeden stationären Patienten im Routinebetrieb der Klinik und Poliklinik, eines großen psychiatrischen Versorgungskrankenhauses mit derzeit 475 Betten und einem Pflichtversorgungsauftrag für 800.000 Einwohner in einem gemischt städtisch-ländlichem Gebiet.

 

 

Bisher untersuchte Fragestellungen

  • Güte der DGPPN-BADO
  • Nutzerzufriedenheit (Patienten, niedergelassene Ärzte und Angehörige)
  • Behandlungspfade
  • Therapieevaluation
  • Prävalenz und Prädiktion von Kliniksuiziden
  • Angehörige nach Kliniksuizid
  • Stationäre Versorgungsrealität schizophrener Patienten
  • „Heavy User“

 

Aktuelle und demnächst startende Projekte

  • Revision und Implementierung des Datenerhebungsinstrumentes DGPPN-BADO in das Klinikinformationssystem (KIS)
  • Versorgungssituation in der Oberpfalz: Eine lückenlose Erhebung des Versorgungssystems
  • Suizidologie: Psychopharmakotherapie von Suizidenten und Patienten mit Suizidversuchen (in Kooperation mit  Prof. Dr. Dr. Haen und der AGATE)
  • Versorgungssituation an peripartaler Depression erkrankter Frauen: Epidemiologie und Bedarfserhebung
  • Belastungen, Erwartungen, Krankheitsbewältigungsstrategien und Lebensqualität von psychiatrischen Patienten und ihren Angehörigen
  • Die besondere Situation von Kindern / von Geschwistern psychisch Kranker
  • Bipolar affektive Störungen
    - Longitudinaler Verlauf bipolarer Störungen / ChronoRecord (R) - Software
    - Implementierung der S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie bipolarer Störungen
  • Untersuchungen zur Patientenaufklärung in der Praxis
  • Laienaufklärung zu depressiven Erkrankungen/Laienfortbildungen
  • Online-Fachzeitschrift "Psychiatrische Forschung" (www.psychiatrische-forschung.de), erste deutschsprachige Online-Fachzeitschrift zu Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Kooperationsprojekte mit der Arbeitsgemeinschaft Arzneimitteltherapie bei psychischen Erkrankungen (AGATE)/Prof. Dr. Dr. E. Haen:
    • Untersuchung der Verordnungsdaten bayerischer Bezirkskrankenhäuser Häufigkeit arzneimittelbedingter hepatischer UAW bei stationär Behandelten (Pilotstudie/ Doktorand: Daniel Zech)
    • Erstellung von Interaktionstabellen zu hepatischen Arzneimittelinteraktionen (CYP; UGT; PGP)
      (Doktoranden: Claudia Schuster, Friedericke Lübcke, Hubert Dippl, Stephanie Gröbner)
    • Auswertung der Effizienz eines Spontanerfassungssystems anhand der UAW von atypischen Antipsychotika (Doktorandin: Anna Geilersdörfer)
    • Verordnung von Antidepressiva in süddeutschen psychiatrischen Versorgungskrankenhäusern von 1995 - 2008 (Doktorand: Matthias Korbel)
  • Kooperationsporjekt mit der AG TMS (PD Dr. med. B. Langguth/Dr. med. M. Landgrebe): Morphologische Unterschiede bei Patienten mit und ohne tardive Dyskinesie unter antipsychotischer Therapie (Doktorandin: Kerstin Albert)