AGATE
Entstehung der Arzneimittelüberwachung in der Psychiatrie Bayerns (AMÜP-Bayern)
Zwischen Mai 1979 und Dezember 1989 wurde mit Unterstützung des Bundesgesundheitsamtes an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München und an den Psychiatrischen Kliniken der Universitäten Göttingen und Berlin die sog. “AMÜP-Studie” durchgeführt (1). In dieser Zeit wurden die Methoden und Instrumentarien für die Errichtung eines fachspezifischen Pharmakovigilanzsystems entwickelt, das sich auf die Psychopharmakologie als einem Teilgebiet der Klinischen Pharmakologie konzentriert.
Mit Auslaufen der Förderung durch das Bundesgesundheitsamt verfiel die geleistete Arbeit zunächst in einen Dornröschenschlaf, bis das Instrumentarium durch einige Direktoren (federführend Helmfried E. Klein [Regensburg], Max Schmauß [Augsburg] und Gerhard Laux [Wasserburg]) von bayerischen Versorgungskrankenhäusern für Psychiatrie (Bayerische Bezirkskrankenhäuser) als Grundlage für ein System zur Sicherung der Qualität der Anwendung von Psychopharmaka in ihren Häusern übernommen wurde. Unter der Bezeichnung AMÜP-Bayern entwickelte sich so unter dem Dach des Verbandes der Bayerischen Bezirke ein Pharmakovigilanzsystem, das ausschließlich durch das Engagement der beteiligten Ärzte und Mitarbeiter des Pflegedienstes von Versorgungskrankenhäusern getragen wird (2). Die Krankenhausträger unterstützen diese Arbeit dadurch, daß sie die Mitarbeit zur Dienstaufgabe erklärt haben und die notwendigen Reisekosten übernehmen. Organisiert und geleitet wird die AMÜP-Bayern heute von der Abteilung für Klinische Pharmakologie der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum. Aktuell nehmen derzeit 38 Kliniken an der Erfassung und Dokumentation schwerer UAW unter Psychopharmaka teil, die zusammen ca. 20.000 Betten repräsentieren.
(1) Grohmann, R., E. Rüther, L.G. Schmidt: Unerwünschte Wirkungen von Psychopharmaka: Ergebnisse der AMÜP-Studie. Springer Verlag, Berlin, 1994.
(2) Haen, E., J.-M. Aigner, D. Jost, E. Lippert, P. Spindler, H. Klein: Die Arzneimittelüberwachung in der Psychiatrie Bayerns (AMÜP-Bayern). Arzneimitteltherapie 1999, 17, 93-96.
Die Arbeitsgemeinschaft “Arzneimitteltherapie bei psychiatrischen Erkrankungen” (AGATE)
Die AMÜP-Bayern entwickelte sich zur AGATE weiter. Hierdurch sollte der bereits bestehende Verbund der Versorgungskrankenhäuser für Psychiatrie für alle Aufgaben und Probleme der Psychopharmakotherapie genutzt werden:
- die AMÜP-Bayern besteht als Unterabteilung der AGATE weiter und widmet sich in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommsission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) der Erfassung und Dokumentation schwerer unerwünschter Arzneimittelwirkungen unter Psychopharmaka.
- die “Stichtagserhebung” dokumentiert an 2 Stichtagen pro Jahr das Verordnungsverhalten in der stationären psychiatrischen Versorgung.
- mit dem Beratungszentrum für Reproduktionstoxikologie in Ulm hat sich W. Paulus zur Beratung bei der Anwendung von Medikamenten in der Schwangerschaft dem Verbund angeschlossen.
Link zur Homepage der AGATE: www.amuep-agate.de
mit Infos zu
- UAW-Erfassung
- Stichtagserhebung
- Therapeutischem Drug Monitoring u.v.a.
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