Auszug aus der Website der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (Medbo)
Quelle: www.medbo.de/index.php?id=554
Stand: Freitag, 10. September 2010


Woche des Schlafs

Auch in diesem Jahr begeht die Deutsche Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS) im Juni wieder die „Woche des Schlafs“.  In diesem Rahmen werden auch wieder an verschiedenen Orten Veranstaltungen zum Thema Schlafstörungen stattfinden.

Zwischen 10 und 15 % der Bevölkerung leiden unter einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung sagt Prof. Jürgen Zulley, Vorsitzender der DAGS. Nur jeder Dritte von ihnen sucht ärztliche Hilfe, doch nicht einmal das garantiert eine angemessene Behandlung. Dabei ziehen falsch oder gar nicht behandelte Schlafstörungen oft körperliche oder seelische Folgeerkrankungen nach sich; immer führen sie zu erhöhter Tagesmüdigkeit samt der bekannten Risiken, beispielsweise Einschlafen am Steuer. Vor allem Atemstillstände im Schlaf sind nicht harmlos, sondern eine dringend behandlungsbedürftige Erkrankung. Viele – vor allem ältere – Menschen fühlen sich mit ihren Schlafproblemen allein gelassen. Dabei könnten sie selbst dazu beitragen, Ein- oder Durchschlafstörungen zu lindern. Da viele Schlafstörungen schon am Tage ungewollt „vorbereitet“ werden, ist der erste Schritt zum erholsamen Schlaf: das eigene Verhalten am Tage überprüfen und gegebenenfalls ändern. Gerade beim Schlaf kann und sollte man selber vorsorgen. Man muss allerdings wissen, wie. Genau dazu soll die "Woche des Schlafs" beitragen. Deshalb betont Professor Zulley:

 

Die wichtigste Hilfe ist die Selbsthilfe.

 

Selbsthilfe beginnt damit, sich über Schlaf zu informieren; der nächste Punkt sind praktische Anleitungen. Schließlich gehört dazu, die Grenzen der Selbsthilfe zu akzeptieren und zu erkennen, wann eine Schlafstörung professionell behandelt werden muss. Selbsthilfegruppen unterstützen Betroffene in allen Punkten.

 

Neuere Studien belegen, wie wirksam präventive Maßnahmen gerade bei Schlafstörungen sind: Nach dem Besuch der unten aufgeführten „Schlafschule" geben 91% der Teilnehmer an, dass sich ihr Schlaf gebessert habe und 77% derjenigen die vor dem Seminar Schlafmittel eingenommen hatten, reduzierten diesen oder verzichteten ganz auf sie.

 

Um die Selbsthilfe zu fördern, bietet die DAGS das ERSTE-HILFE-PAKET für gestörten Schlaf an. Es enthält:

 

 

 

Im Rahmen der „Woche des Schlafs“ fanden bisher bundesweit zahlreiche Aktionen von Selbsthilfegruppen und Schlaflaboren zur statt. Das ist auch in diesem Jahr wieder der Fall.

 

Ansprechpartner: Prof. Jürgen Zulley

Schlafmedizinisches Zentrum

Universitäts- und Bezirksklinikum Regenburg

Tel: 0941 941 1500

juergen.zulley@medbo.de

http://www.schlaf-medizin.de

Pressemitteilung des Bayerischen Sozialministeriums:

Sozialministerin Stewens: Zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden an behandlungsbedürftigen Schlafstörungen

„Zwischen zehn und 15 Prozent der Bevölkerung leiden an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung. Dabei ist erholsamer Schlaf Voraussetzung für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Gestörter Schlaf führt nicht nur zu Tagesmüdigkeit, sondern auch zu ernsthaften Folgeerkrankungen“, erklärte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens heute anlässlich der diesjährigen Woche des Schlafes, die am 16. Juni begonnen hat. Ein gestörtes Schlafverhalten könne vielfältige Ursachen haben: Von außen einwirkende Faktoren, etwa Schichtarbeit, eine hohe Lärmbelästigung während der Nacht oder zuviel Hektik und Stress während des Tages, aber auch Sorgen, Verstimmungszustände oder Depressionen. Darüber hinaus könnten schwere körperliche Leiden, wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen oder chronische Schmerzzustände, die Nachtruhe nachhaltig beeinträchtigen.

„Schlafstörungen werden in so genannten Schlaflaboren abgeklärt. Für die schlafmedizinische Diagnostik und Therapie werden in vielen der in Bayern zugelassenen 400 Akutkrankenhäuser Schlaflabore vorgehalten. Insbesondere verfügt ein Großteil der psychiatrischen Krankenhäuser über Schlaflabore. 36 der Schlaflabore in Bayern sind von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin akkreditiert“, teilte die Ministerin Stewens mit: „Das Bezirksklinikum Regensburg nimmt mit seinem Schlafmedizinischen Zentrum eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Schlafmedizin ein. Die Einrichtung, an der unter anderem Neurologen, Psychologen und Psychiater tätig sind, zählt zu den erfahrensten Schlafzentren in Deutschland und ist Sitz der Europäischen Schlafforschungsgesellschaft“. Außerdem befinde sich der Sitz der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf in Regensburg. “Für alle, die Probleme mit ihrem Schlaf haben, wurde in Regensburg eine ‚Schlafschule’ entwickelt. Die erste Schlafschule im oberpfälzischen Sibyllenbad hatte bereits 2002 den ‚Bayerischen Innovationspreis’ erhalten. Zusammen mit dem Kurmittelhaus Sibyllenbad wurde ein umfangreiches einwöchiges Programm ausgearbeitet, das auch auf den Tag- und Nachtrhythmus Wert legt. Mit einer idealen Kombination aus Entspannungskursen und Bewegungsbädern sowie touristischen Angeboten in der dortigen Ferienregion stärkt die Schlafschule in Sibyllenbad den Gesundheitsstandort Bayern“, sagte Stewens.


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