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Endspurt

Die dritten Jahrgangsklassen der medbo Pflegeschule sowie die Absolventen der einjährigen Pflegehelferausbildung müssen in diesen Tagen ihre Examina ablegen. Das ist schon unter normalen Schul-Umständen eine Zeit der flatternden Nerven. Aber die Pandemie hat Anpassungen bei der Terminplanung und den Abläufen nötig gemacht. Ausfallen werden die Prüfungen auf alle Fälle nicht!

Das laufende Schuljahr neigt sich auch an den medbo Pflegeschulen dem Ende zu und Abschlussprüfungen stehen an. Aber wie funktionieren schriftliche und mündliche Prüfungen in Corona-Zeiten? Nur die Krankenpflegehelfer sind schon fertig. 

Vorgezogene Prüfungstermine

Wegen der strengen Hygienevorschriften des Bayerischen Gesundheitsministeriums mussten die Prüfungen in diesem Jahr vorgezogen werden. 52 Schülerinnen und Schüler gehen von 30. Juni bis 2. Juli in die schriftlichen Examina, am 6. und 7. Juli folgen die mündlichen Prüfungen. Und mit den Praktischen Prüfungen von Mitte Juli bis Mitte August schließen die diesjährigen Abschlussprüfungen ab. Die 14 Krankenpflegehelferinnen und -helfer hingegen haben alles schon hinter sich. Ihr Examen fand mit allen Modulen schon in der zweiten Juni-Hälfte statt.

Vorsicht in Zeiten von Corona

Die schriftlichen Prüfungen im Rahmen des Pflegeexamens finden in diesem Jahr nicht wie üblich im Regensburger Pflegeschulgebäude statt, sondern in der Mehrzweckhalle des Bezirksklinikums Regensburg. Bei 52 Personen plus Prüfungsbetreuer braucht es mehr Platz! Wie unter Corona üblich, muss bei Zusammenkünften von größeren Personenzahlen ein strenges Hygienekonzept umgesetzt werden. Ruhig und störungsfrei sollte die Räumlichkeit natürlich auch sein. Das medbo Institut für Bildung und Personalentwicklung (IBP) hat als „Hausherr“ der Mehrzweckhalle alles prima vorbereitet.

Hygiene, Hygiene, Hygiene

Minimum 1,5 Meter Abstand zwischen den Prüfungsplätzen ist die Vorgabe des Ministeriums, ebenso das ständige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Es wird durchgehend gelüftet. Die Examenskandidaten der Pflegeschule müssen an drei Tagen jeweils zwei Stunden ran. Ihre Sitzplätze, die nach dem Prüfungstag durch die medbo Reinigungsprofis desinfiziert werden, dürfen sie in diesen drei Tagen nicht wechseln. 
Die Prüflinge der Pflegehilfeausbildung mussten bereits im Juni für eine 90-minütige schriftliche Prüfung ran. Da sie nur etwas über ein Dutzend Personen sind, durften sie ihre Tests in der gewohnten Schulumgebung schreiben. Das Hygiene-Konzept war allerdings das gleiche.

Breites Themenspektrum

Bei den Prüfungen der angehenden Pflegefachkräfte geht es um viele Fachbereiche. Die Schwerpunkte bilden die Bereiche Anatomie, Krankheitslehre, selbstverständlich Pflegewissen, Berufs- und Gesetzeskunde, Hygiene und noch einiges mehr. Bei den Absolventen der einjährigen Ausbildung war das Spektrum etwas enger und die Prüfungsfragen drehten sich um Pflegewissen und die Betreuung von Patienten.

Praktische Prüfung rund um das Patientenbett

Im Fall der angehenden Pflegefachkräfte werden die praktischen Prüfungen nach wie vor auf den Stationen des Bezirksklinikums Regensburg abgehalten. Allerdings musste hier sorgfältig vorgeplant werden, damit prüfende Lehrkräfte vorab festen Bereichen zugeteilt werden konnten, um bereichsübergreifende Infektionen zu vermeiden.
Die Krankenpflegehilfe-Schüler wurden im Juni nicht auf Station, sondern im ultramodernen Skills Lab der Schule praktisch geprüft. Das Skills Lab ist ein Raum mit zwei Bereichen: Einem klassisch eingerichteten Patientenbett mit einem „Dummy“ und allen denkbaren technischen Geräten sowie einem Regieraum, von dem aus die Prüfer das Geschehen nicht nur beobachten, sondern auch aktiv eingreifen können. So können die „Regisseure“ insbesondere bei der Simulationspuppe Krankheitssymptome voreinstellen und sie stimmlich zum Leben erwecken. Bei der Praxisprüfung geht es – logisch – vor allem um Pflegewissen und die praktische Umsetzung am und um das Patientenbett. Die Schülerinnen und Schüler bekamen dazu ein Fallbeispiel, das sie lösen und umsetzen mussten.

Und wenn es nicht geklappt hat?

Hier bleibt alles beim Alten: Hat jemand die Prüfungshürden nicht genommen, muss er in eine Nachprüfung, die in diesem Jahr aufgrund der besonderen Situation ebenfalls in der Mehrzweckhalle stattfinden wird. Hier wird dann ein Themenquerschnitt über die gesamte Ausbildungszeit geprüft. Eine Besonderheit ermöglicht das Bayerische Kultusministerium in Corona unseren Krankenpflegeschülerinnen und -schülern heuer dennoch: Sie können von der Prüfung zurücktreten, wenn sie befürchten, diese nicht zu bestehen. Diese Entscheidung müssen sie aber vor der Notenbekanntgabe treffen. In der Pflegeausbildung können sie in Normalzeiten zwar sowieso noch ein zweites Mal im Folgejahr zur Prüfung antreten, aber das war es dann. Der rechtzeitige Rücktritt stellt ihren Zähler diesbezüglich auf Null.

Eine Herausforderung für alle

Die Prüfungsvorbereitung unter Corona war und die Durchführung der Examina ist für alle Beteiligten eine enorme Challenge. Kurze Präsenzphasen in der Schule in Kombination mit Videokonferenz-basiertem Unterricht und trotzdem umfangreiches Büffeln und Üben: Unsere Schüler haben diese Zeit echt gut gemeistert und haben prima mitgezogen! Sie haben Flexibilität, Spontanität und Verständnis für die Schulschließung und der daraus folgenden Umstrukturierung bewiesen. Alles Kompetenzen und Soft Skills, die sie nicht zuletzt in ihrer künftigen Profession am Patientenbett gut brauchen können!


Wir drücken allen Examenskandidatinnen und -kandidaten ganz fest die Daumen!

Bildnachweis: Frank Hübler
 


 

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