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Bored girl checking mobile phone at home

Meinem Teenager ist langweilig!

Nicht nur in der Pandemiekrise mit Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, sondern grundsätzlich alltagstauglich: Hier gibt es Tipps und Anregungen für Eltern, wie man den pubertierenden Nachwuchs vielleicht ein wenig begeistern kann.

Ihr Kind ist mitten in der Pubertät und ratlos, was es den lieben langen Tag machen soll? Wir haben im Internet gestöbert – von pädagogischen Ratgebern bis zur Bravo-Homepage. Wir haben uns auch von unseren medbo Azubis inspirieren lassen und bei unseren Pflegeprofis in der Kinder- und Jungendpsychiatrie (Danke an Dr. Carolin Heigl, Christian Eller und Gero Höchtl) Tipps geholt.

Klassische Tipps & Ideen

Holen Sie doch mal wieder die alte Spielesammlung hervor. Oder bieten Sie Ihrem Kind an, spannenden Lesestoff beim regionalen Buchhändler zu bestellen. Wie wäre es mit einem Dankbarkeitstagebuch? Jeden Tag werden vor dem Schlafen fünf schöne Momente notiert. Vielleicht „old school“, aber gerade deswegen wäre es vielleicht spannend, mal einen Brief an die Kindheitsfreundin zu schreiben. Total in ist es, sein Zimmer mal richtig auszumisten und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Noch besser schaltet man ab bei einer Minimediation (gibt es auf YouTube). Beim Abends-in-die-Sterne-gucken können Sie mit Ihrem Kind achtsam im Jetzt sein und gleichzeitig den Forschergeist anregen: Sternbilder nachschlagen, mit dem Fernglas den Mond mal ganz nah herholen, eine Sterne-App benutzen …

Kreativ gemeinsam online

Viele Jugendliche nutzen Videotelefonie mit ihren Freunden total kreativ. Unsere Azubis empfehlenSkribbl: Ein Mitspieler zeichnet online einen bestimmten Begriff; die anderen Teilnehmer raten blitzschnell, was zu sehen ist.Zudem macht es unserem medbo Nachwuchs total Spaß, digital das alte „Spiel Stadt, Land, Fluss“ mit der Clique zu spielen. 

Kennen Sie noch das Spiel „Wer bin ich?“  – Ein Teilnehmer verlässt kurz das Videotelefonat; die Übrigen überlegen sich, welche Person der Offline-Spieler zu erraten hat. Anschließend darf der Ahnungslose Fragen stellen, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden.

Manche Jugendliche daten sich per Videotelefonie zum gemeinsamen Zimmeraufräumen (siehe oben!) und verschicken stolz an ihre Freunde ein Video in Zeitraffer. Total kreative Teens könnten online gemeinsam YouTube-Choreos von ihren Lieblingsstars nachtanzen oder einfach bei den Videos per Videotelefonie mitsingen. Oder Sie bestellen in Absprache mit Ihrem Kind online ein Musikinstrument und holen sich digital Unterricht. 

Ein Tipp aus unserer Kinder- und Jugendpsychiatrie ist übrigens die "Home-Rallye" - einfach mal reinschauen!

Probier mal was Neues

Überlegen Sie mit Ihrem Kind, welche neue Aktivität für es spannend sein könnte (von einer neuen Sprache bis zu einem Bastelprojekt ist alles möglich). Alternativ können Sie Ihren Nachwuchs auch in Ihre eigenen Projekte miteinbinden – sei es gärtnern oder einen Zaun streichen. Tier- und Bastelliebhaber könnten ein Insektenhotel bauen

Vielleicht könnte man die Selfie-Generation anstupsen, beim nächsten Ausflug ein paar Schnappschüsse mit dem Smartphone oder der alten Kamera zu machen.

Auch bei der alltäglichen Kocharbeit können Sie Ihr Kind mit einbinden: Überlassen Sie ihm die Rezeptauswahl, vielleicht sogar das Einkaufen und Kochen. Und wenn Ihr Sprössling ganz aktiv werden will: Bringen Sie ihn doch auf die Idee, selber Hilfe anzubieten – etwa für das nette Rentnerpaar nebenan einzukaufen, den Hund vom Nachbarn auszuführen, Nachhilfe zu geben oder sich dem in Regensburg gegründeten Corona Hilfswerk anzuschließen.

Im Internet sinnvoll surfen

Sporteln und fit bleiben

Unsere Azubis lieben Inliner fahren, radeln, slacklinen oder Seil springen. Zum Chillen lädt eine Picknickdecke (eine pro Person – Achtung Abstand!) mit herzhaften Naschereien ein. Naturbegeisterte könnten Blumen selber pressen oder fotografieren und daheim die Pflanzen bestimmen. Und egal ob draußen oder drinnen, gemeinsam oder online: Bewegung ist wichtig – egal ob Tanzen, Bauch-Beine-Po oder Yoga.                                             

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Leben in der Ausnahmesituation

Nach wie vor befinden wir uns mitten in der Krise und nach wir vor gibt es aus vielen Regionen der Welt schlimme Nachrichten: Reagieren Sie gelassen auf die Schockmeldungen, zeigen Sie Ihrem Teenager die Hintergründe auf und schauen Sie gemeinsam einmal am Tag die Nachrichten, um dann darüber zu diskutieren.

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen klaren Tagesablauf fest: Fest vereinbarte Zeiten für Hausaufgabe, Schlafen, gemeinsames Essen, Freizeit und Smartphone geben Struktur. Und Struktur gibt Sicherheit! Bieten Sie Ihrem Kind gemeinsame Aktivitäten wie Radfahren oder Backen sowie Freiraum für sich alleine an. Eröffnen Sie Ihrem Nachwuchs die Möglichkeit, über Sorgen und offene Fragen zu sprechen. Wenn Sie Hilfe brauchen, finden Sie auf den Unicef-Seiten extra eine Telefonnummer für Eltern. 

 

Bildnachweis: Antonio Guillem/iStock 

 

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