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The hands of a man with Parkinson's disease tremble. Strongly trembling hands of an older man

Das halb volle Glas

Die Corona-Lage ist nach wie vor ernst. Aber trotz allen Ernstes: Viele Menschen fühlen sich tatsächlich entspannter und haben einen positiveren Blick auf die Welt als in den Normal-Zeiten zuvor.

Sie kennen die Metapher alle: Man kann ein Glas als halb leer, aber auch als halb voll sehen. Was wir sinnlich wahrnehmen – nämlich schlicht und ergreifend ein Glas mit Wasser darin -  und wie wir es kognitiv bewerten, sind immer zwei verschiedene Dinge. Diese Bewertung ist etwas sehr Individuelles und ist durchaus nicht konstant, sondern schwankt je nachdem wie es uns insgesamt gerade geht.

Wir wollen mit dieser Metapher keinesfalls den Ernst der Lage verkennen, sondern vielmehr die Wahrnehmung dafür fördern, dass auch schöne, liebenswürdige, amüsante … eben Mut machende Dinge in der Welt und im kleinen privaten Rahmen geschehen, obwohl die Lage weiterhin Besorgnis erregend ist. Unserem Gehirn fällt es oft nicht so leicht, solche Dinge von sich aus wahrzunehmen, gerade wenn wir Angst haben oder uns Sorgen machen.

Wir möchten Sie deswegen auf Beiträge aufmerksam machen, die uns neulich im Wochenmagazin „DIE ZEIT“ aufgefallen sind. Sie beschäftigen sich beide mit den Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen auf unser Wohlbefinden – das bei vielen trotz Pandemie, Wirtschaftskrise und Lockdown überraschenderweise steigt.

„Die Gutgelaunten“ und die „Optimisten“

Die „ZEIT“ fragt ihre Leser täglich nach ihrer Stimmung und hat in den letzten Wochen eine überraschende Beobachtung gemacht: Seit den Ausgangsbeschränkungen haben bedeutend mehr Menschen als sonst angegeben, dass es ihnen gut geht. Im Beitrag „Die Gutgelaunten“ setzt sich die „ZEIT“ mit diesem Ergebnis auseinander und lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen, die kurz erklären, warum es ihnen aktuell sogar bessergeht als vor der Corona-Krise.

Ein weiterer Beitrag in der „ZEIT“ – „Sind Sie auch so ein Corona-Optimist“ – beleuchtet die möglichen Gründe für diese Verbesserung der Lebenszufriedenheit noch etwas genauer und kritischer:

Für jene unter Ihnen, die gut Englisch können, haben wir außerdem noch einen interessanten Artikel aus dem englischsprachigen Raum für Sie. Dort wird berichtet, dass manche Menschen mit Angst oder Depression im Verlauf der letzten Wochen eine Besserung ihres psychischen Befindens beobachten konnten.

 

Zum Abschluss sei gesagt: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, egal ob das Glas in unserer Wahrnehmung gerade halb voll oder halb leer ist. Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung. Manchmal kann es dennoch hilfreich für uns sein, die Wahrnehmung bewusst auf die „volle“ Seite zu lenken, um unseren Blick für all das zu weiten, was wir nicht sehen können, wenn wir ganz automatisch nur die leere Hälfte betrachten.

 

Bildnachweis: Astrid860 über iStock

 

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