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Serious girl with mask checking her phone on street

Check Corona!

Die neu entwickelte Corona Check App, an der auch Wissenschaftler und Entwickler der medbo beteiligt sind, ist mehr als „nur“ ein Instrument zum Covid19-Selbst-Screening. Sie steht ab sofort in den einschlägigen AppStores zum Download bereit. Kostenfrei natürlich!

Der universitäre Forschungsverbund Würzburg/Ulm/Regensburg hat gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der LA2 GmbH eine neuartige App entwickelt. Die Corona Check App richtet sich an alle Personen, die vermuten oder abschätzen wollen, ob sie eine Covid19-Symptomatik haben. Sie bietet aber noch mehr!

  1. Screening Test
    Hier kann man mit sieben Fragen ein Selbst-Screening durchführen und bekommt am Ende ein Ergebnis mit konkreten Handlungsanweisungen. Die Logik der Fragen und auch der Auswertung orientiert sich an der Logik des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des LGL Bayern. Bei Änderungen wird auch die App sofort angepasst. Den Machern der App geht es hier vor allem auch darum, die Telefon-Hotlines der Krankenhäuser und Gesundheitsämter zu entlasten. Man kann den Test auf Deutsch und Englisch durchführen. Man kann sich auch Zeit lassen, die Fragen ganz genau lesen und darüber nachdenken.
  2. Tipps
    Hier haben die Entwickler eine Bibliothek von Tipps aufgebaut, wie man sich selbst und andere schützen kann. Es gibt eine ganze Reihe von Ratschlägen, mit denen man das Infektionsrisiko reduzieren kann. Es wurde eine Sammlung erstellt, bei der auch immer eine kleine Erklärung dazu gegeben wird, warum der Tipp sinnvoll ist.
  3. Ticker
    Die Pandemie-Situation ist gerade sehr dynamisch. Ständig gibt es Änderungen bei den Regelungen und auch neue Erkenntnisse zum Coronavirus selbst. Über einen Ticker werden die allerwichtigsten Informationen für den Nutzer jeweils zusammenfasst und auch Hilfsangebote kommuniziert. Hier arbeiten die Entwickler ganz eng mit dem LGL Bayern zusammen. Die Informationen werden im Vier-Augen-Prinzip erstellt und geprüft, bevor sie veröffentlicht werden. Die Macher halten den Ticker hier bewusst auch sehr knapp, da sie keine Informationsflut produzieren wollen.

Die Corona Check App ist ab sofort in den einschlägigen App Stores kostenfrei erhältlich:

Der medbo App-Macher

Wir sprachen mit Dr. Winfried Schlee, dem Vertreter des Regensburger Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie im Team der Entwickler der Corona Check App.

Herr Dr. Schlee, seit einigen Wochen berichten die Medien rauf und runter über "Corona-Apps". Was sollen solche Apps können beziehungsweise welchen Nutzen bieten sie wem?

Es gibt viele verschiedene Ansätze für eine Corona-App. Was in den Medien aktuell am meisten diskutiert wird, ist eine App zum Nachverfolgen von Kontaktpersonen. Die Idee ist dabei, dass das Handy aufzeichnet, mit welchen Personen beziehungsweise mit welchen anderen Mobiltelefonen ich in Kontakt gewesen bin. Falls eine von diesen Personen dann positiv auf den Coronavirus getestet wird, bekomme ich eine Warnung. Das ist bei unserer App nicht der Fall. Die Corona Check App verfolgt einen ganz anderen Ansatz.

Worum geht es dann genau bei der Corona Check App. Und: Warum eigentlich eine App?

Ich denke, dass wir die Corona-Pandemie nur dann überwinden können, wenn die gesamte Gesellschaft zusammenarbeitet. Damit das gelingen kann, muss jeder gut informiert sein und sein Wissen auch in Handlungen umsetzen. Wenn wir alle aufmerksam bleiben und uns im Alltag schlau verhalten, können wir das Infektionsrisiko stark reduzieren, die Ausbreitung eindämmen - und vor allem auch eingedämmt halten. Wenn das gelingen soll, muss man auch alle Bevölkerungsgruppen erreichen. Manche Leute erreicht man besser mit der Zeitung, manche mit dem Radio oder TV, manche mit einer Webseite - und manche Personen erreicht man am besten mit einer App. 

Was passiert mit den Daten? Sind diese sicher und werden sie datenschutzkonform erhoben?

Ganz wichtige Frage! Bei der Corona Check App erfolgt grundsätzlich keine Speicherung personenbezogener Daten wie Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, IP-Adresse, Telefonnummer, SIM-Karte oder der Name des Telefons. Es werden insbesondere auch keine Daten aus dem Speicher des Smartphones ausgelesen. Wir wurden in den letzten Tagen immer wieder gefragt, ob wir die Daten ans Gesundsheitsamt weiterleiten. Das tun wir nicht! Es werden wirklich nur sehr wenige Daten gesammelt. Die Sammlung und Auswertung der Daten erfolgt anonym. Wenn man den Selbst-Test durchführt, kann man immer auch angeben, dass die Daten nicht genutzt werden sollen.

Wann ist mit Ergebnissen aus der Datenerhebung via Corona-App zu rechnen und wie werden die Ergebnisse öffentlich gemacht?

Die Corona Check App macht in erster Linie ein Angebot für die Bevölkerung, um ein Selbst-Screening durchzuführen sowie wichtige Informationen und Handlungsanweisungen zu bekommen. Natürlich werden wir uns die Daten auch anschauen. Aktuell hauptsächlich zur Erfolgskontrolle für uns und um die App zu verbessern. Später werden wir die Daten sicher auch für wissenschaftliche Analysen verwenden. Für mich steht das aktuell aber nicht im Vordergrund. Jetzt müssen wir erstmal die Pandemie überwinden und zu einem möglichst normalen Leben zurückkehren!

Was wollten Sie in punkto Corona Check App schon immer mal gefragt werden?

Ganz klar: „Warum können in der App die Tipps bewertet werden?“ Bei jedem Tipp wird man gefragt, ob man die Information hilfreich fand, und kann dann eine Bewertung mit eins bis fünf Sternen abgeben. Hier geht es darum, dass man die Information nochmal reflektiert und überlegt, ob der Tipp für den eigenen Alltag hilfreich ist. Mein Wunsch ist, dass man sich hier überlegt: Ja, der Tipp ist hilfreich - und ich setze das heute gleich in die Tat um!

 

Bildnachweis: Antonio Guillem iStock

 

 


 

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