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Bundesverdienstmedaille

Der Prototyp des Patientenbeauftragten erhält Bundesverdienstmedaille

Für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Patientenbeauftragter am medbo-Bezirksklinikum Regensburg wurde Professor Dieter Schmidt mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet. Seit 26 Jahren kümmert der Schwandorfer Jurist sich um die Belange der Patienten in der Psychiatrie, Forensik und Neuro-Rehabilitation.

Schmidt hat für sein Engagement als Patientenfürsprecher im Bezirksklinikum Regensburg die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen. Der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling überreichte die Auszeichnung im ZMS Verwaltungsgebäude. Mit Kurt Häupl hielt der Vorstand der medbo die Laudatio. Professor Schmidt sei seit 1989 Patientenfürsprecher, erklärte Häupl. Ursprünglich sei er nur für eine Übergangszeit von zwei bis drei Jahren gefragt worden. Professor Cording gewann ihn damals für dieses Amt, das er dann mehr als 26 Jahre behielt. Nichts sei so beständig wie ein Provisorium.

Schmidt war in seinem Berufsleben Staatsanwalt und Richter, zuletzt Vizepräsident des Landgerichts Weiden und kannte aus dieser Zeit auch den Maßregelvollzug. „Als Patientenbeauftragter ist Schmid in die Rolle desjenigen geschlüpft, der die berechtigten Anliegen der Patienten im Krankenhaus bei der Klinik und Unternehmensleitung vorbrachte, vertrat und durchsetzte“, so Häupl. Als Mitglied der Ethikkommission liefere er mit fundierten, klaren Hinweisen und Kommentaren Grundlagen für verantwortungsvolle Entscheidungen der Ärzte in der Neurologischen Rehabilitation. Auch Anrufe von Professor Schmidt bis ins Ministerium seien keine Seltenheit, wenn es um die Interessen der Patienten gehe, betonte der Laudator.

"Sie ruhen nicht eher, bevor eine Lösung gefunden ist, die beiden Seiten gerecht wird. Eigentlich hat Recht nicht viel mit Gerechtigkeit zu tun, aber sie vereinen beides", sagte Häupl. Schmid werde von den Patienten akzeptiert und von der Klinik respektiert und sei der Prototyp des Patientenbeauftragten. Für Kurt Häupl war es eine besondere Freude, dass das hohe Maß an Gemeinsinn des Professors mit der Verleihung der Bundesversdienstmedaille die gebührende öffentliche Würdigung erfahre, sagte der medbo-Vorstand.

Staatsministerin Emilia Müller erklärte, Schmid habe mit seinem ehrenamtlichen Engagement als Patientenbeauftragter vielfach seine menschliche Größe gezeigt. Seit vielen Jahren setze er sich mit großem Interesse für die Belange psychisch kranker Menschen ein. Die Auszeichnung sei ein symbolischer Dank des Staates. Schmid übernehme Verantwortung und lebe Solidarität. Die Ministerin schlug den Patientenbeauftragten für die Auszeichnung vor.

Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller zeigte sich stolz, dass es solche Persönlichkeiten in der Großen Kreisstadt gebe. Schmid selbst schilderte die Facetten seiner Tätigkeit, die Not und Ängste von Forensikpatienten und gab kurz einen Ausblick zu Forensik, Neuroreha und Suchtpatienten, die eine besondere Stellung in der Klinik einnehmen.