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Damoklesschwert Multiple Sklerose

Spezialambulanz am Bezirksklinikum Regensburg für Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Eine Entzündung des Sehnervs kann der Anfang sein. Aber auch eine Sensibilitätsstörung oder gar Lähmung von Armen oder Beinen sind erste Anzeichen von Multipler Sklerose (MS). Am Montag, 29. Mai, findet der Welt-MS-Tag statt. In der Neurologie des Regensburger Bezirksklinikums werden pro Jahr zwischen 800 und 1000 Patienten mit der Diagnose MS behandelt.

Die Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Das ZNS besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark. Dadurch sind auch Störungen und motorische Ausfälle die Folge von MS. Bei der Erkrankung kommt es zur Schädigung der weißen und der grauen Substanz, verursacht durch Entzündungsprozesse. Diese werden durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst, wobei sich diese besonders gegen die Myelinscheide, die die Nervenzellfortsätze ummantelt, richtet. „Festgestellt wird MS bei einer Untersuchung in der Magnetresonanztomographie und des Nervenwassers“, erklärt Prof. Dr. Robert Weißert, Oberarzt im Bezirksklinikum Regensburg. Die medbo Neurologie verfügt über eine Spezialambulanz für MS und bildet ein Referenzzentrum für die Oberpfalz und Teile Niederbayerns.

Bei MS haben die Lymphozyten eine besondere Bedeutung, da diese in das ZNS einwandern und dort die Gewebepathologie anstoßen. MS geht mit unterschiedlichen klinischen Verläufen einher. So unterscheidet man schubförmige und chronische Verläufe. Beide Formen können mit und ohne Aktivität einhergehen. Aktivität bedeutet, dass ein Schub, also eine klinische Verschlechterung aufgetreten ist und/oder in der Kernspintomographie des Schädels oder Rückenmarks neue Läsionen nachweisbar sind. Über die Zeit nehmen bei MS in der Regel die Anzahl der Läsionen zu. Zudem kann auch ein Substanzschwund des Gehirnes auftreten. „Wichtig ist grundsätzlich, dass MS möglichst früh behandelt wird. Je früher man behandelt, desto besser kann man den Prozess beeinflussen“, so Prof. Dr. Weißert.

Bei MS gibt es heutzutage eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. Diese Therapieansätze beeinflussen vor allem die Funktion der Lymphozyten und führen dazu, dass weniger Lymphozyten in das Gehirn einwandern, weniger Schübe auftreten und auch eine geringere Tendenz zur Progression, also zur langsam schleichenden Zunahme von Behinderung, nachweisbar ist. Es ist besonders wichtig, MS möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, damit langfristig die Betroffenen ein weitgehend normales und erfülltes Leben führen können und so wenig wie möglich von der Erkrankung betroffen sind. Auch wenn bestimmte medikamentöse Therapien versagen, gibt es eine Reihe von Ausweichtherapeutika, die die MS zum Stillstand bringen können. Neben der medikamentösen Therapie ist körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und eine Meidung von bestimmten Toxinen, wie dem Nikotin in Zigaretten wichtig.

„Noch wissen wir nicht warum die Krankheit bei manchen Patienten auch ohne Behandlung einen gutartigen Verlauf aufweist, weshalb die Forschung die genetischen Faktoren und Einflüsse der Umwelt untersucht“, kündigt der Neurologe und Inhaber der Professur für klinische Neurobiologie an der Universität Regensburg an. Im herkömmlichen Sinn ist die Krankheit noch nicht heilbar.

Bild:  © medbo