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Depressionen bei Schwangeren und stillenden Müttern

Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie, Pädiatrie und Psychiatrie

Seit wenigen Wochen ist eine neue Behandlungseinheit für Mütter und ihren Kleinkindern am Bezirksklinikum eröffnet worden. Damit wurde die Versorgung von Müttern und ihren Kindern psychischen Erkrankungen erweitert. Neben den bereits bestehenden Plätzen für suchtkranke Mütter in der Karthause wurde nun eine weitere Möglichkeit in Regensburg geschaffen, Mütter mit Depressionen zu behandeln. Die Ärzte wollen das Augenmerk über die Behandlung hinaus auf die Früherkennung richten und dafür sensibilisieren. Daher lud die medbo zu einer interdisziplinären Fachtagung zum Thema „Versorgung psychisch erkrankter Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit“ ein.

„Depressionen in der Schwangerschaft und Stillzeit sind häufig, aber auch gut behandelbar“, fasste medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner zusammen. Rund 20 Prozent aller Gebärenden litten unter psychischen Problemen. In verschiedenen Referaten wurden die medikamentöse Behandlung während der Schwangerschaft und Stillzeit und die Therapiekonzepte in einer Münchner Fachklinik erörtert. Die Regensburger Experten stellten die Kooperation zwischen medbo und Hedwigklinik mit dem ambulanten Versorgungskonzept vor. Als einer der führenden Experten befasst sich Dr. Wolfgang Paulus, Leiter des Ravensburger Instituts für Reproduktionstoxikologie, bereits seit Jahren mit den Möglichkeiten Schwangere und stillende mit Medikamenten zu behandeln.

Einen Einblick in die Therapie auf der offenen Mutter-Kind Station des Isar-Amper-Klinikums in München gewährte Oberärztin Dr. Stefanie Schabert. Den Blick aus der Klinik auf die Betroffenen lenkten die beiden Regensburger Oberärztinnen Dr. Julia Prasser (medbo) und Dr. Georgine Huber (Klinik St. Hedwig). Beiden Kliniken arbeiten eng in der ambulanten Versorgung von psychiatrisch erst- oder vorerkrankten Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit zusammen.

Das Ziel der Veranstaltung, das Thema der psychischen Erkrankung in den Fachkreisen präsenter zu machen, wurde erreicht. Viele Besucher aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen, angefangen bei den Hebammen, Vertretern der Jugendämter, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Beratungsstellen, bis hin zu niedergelassene Psychotherapeuten, Kinder und Jugendärzte und Frauenärzte haben sich an den Diskussionen beteiligt und machten Anregungen zur die Verbesserung der Zusammenarbeit.

Das Bezirksklinikum Regensburg bietet neben der stationären Behandlung eine Spezialambulanz Mutter & Kind an, die seit zwei Jahren besteht und bislang rund 300 Frauen behandelt. Kontakt: 0941/941-1200, Sprechzeiten Montag bis Freitag 9-15 Uhr