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Familienbewusstsein als Chefsache

medbo mit Qualitätssiegel „audit berufundfamilie“ ausgezeichnet.

Das Engagement für die Vereinbarung von Beruf und Familie geht bei der medbo deutlich über verschiedene Teilzeitmodelle hinaus. Eine medbo-Kinderkrippe, regelmäßige bezuschusste Ferienbetreuung und Jobsharing in Führungspositionen sind die ersten Maßnahmen in der strategisch angelegten familienbewussten Personalpolitik. Am Montag bekam Kurt Häupl, Vorstand der medbo, das Qualitätssiegel „audit berufundfamilie“ von den Staatssekretärinnen Caren Marks (Bundesfamilienministerium) und Iris Gleicke (Bundeswirtschaftsministerium) sowie Dr. Frank-Jürgen Weise, Vorsitzender des Vorstands der Hertie-Stiftung, in Berlin überreicht. 

Bestes aktuelles Beispiel für die familienfördernde Politik der medbo: Das Zentrum für Psychiatrie Cham stellte sich in den vergangenen Wochen räumlich und organisatorisch neu auf und setzt wichtige Impulse für die Führungskultur in der gesamten medbo: Dr. Cordula Heyne und Dr. Gabriele Enslein sind beide Mütter von jeweils drei Kindern und teilen sich eine Oberarztstelle am Zentrum für Psychiatrie Cham. Beide Oberärztinnen sind außerdem Teilnehmerinnen des aktuellen Führungskräfte-Entwicklungsprogramms der medbo und werden auf diese Weise vom Unternehmen konstant in ihrer Karriere unterstützt.
Im Auditierungsprozess berufundfamilie wird nicht nur der Status quo der bereits angebotenen Maßnahmen erfasst, sondern auch das betriebsindividuelle Potenzial für mehr Familienbewusstsein entwickelt und in einer verbindlichen Zielvereinbarung verankert. Mit dieser systematischen Herangehensweise schaffen Arbeitgeber eine unabdingbare Grundlage für den Erfolg ihrer familienbewussten Personalpolitik. „Für die medbo ist es wichtig, den Mitarbeitern zu signalisieren, dass wir den Spagat zwischen Beruf und Familie nicht nur erkennen, sondern auch aktiv nach praktikablen Lösungen suchen“, so Häupl über die Zukunft in der Personalpolitik. 

Eine Lösung bestand beispielsweise darin, dem Erzieherinnen-Streik der vergangenen Wochen mit einer flexiblen Kinderbetreuung am medbo-Gelände entgegenzukommen. „Wir müssen jeden Tag, auch an Feiertagen, rund um die Uhr für unsere Patienten qualitativ hochwertig sorgen. Das geht nur, wenn die Mitarbeiter Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren können“, erklärt Häupl. In den Bereichen Pflege und Medizin werde es in Zukunft einen Notstand, sprich zu wenig Fachpersonal geben. Nur ein attraktiver Arbeitgeber werde in absehbarer Zeit sein Personal auch langfristig halten können, prognostiziert Häupl.

Dr. Frank-Jürgen Weise, Vorsitzender des Vorstands der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, erläutert: „Klare Kommunikation und Signale von der Unternehmensspitze sind notwendig. Denn die operativen Führungskräfte, die die Kultur am stärksten prägen, orientieren sich an diesen Vorgaben. Familienbewusstsein muss im doppelten Sinne zur Chefsache erklärt werden.“
Die 1998 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründete berufundfamilie gGmbH gilt heute bundesweit als herausragender Kompetenzträger in Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ihre Arbeit wird ebenfalls aus Mitteln des Bundes und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Sie ist der Ideen- und Impulsgeber in diesem Themenbereich und zentraler Akteur bei der Zertifizierung einer familienbewussten Personalpolitik.