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Girls‘- und Boys‘- Day bei der medbo

Tiefe Einblicke in „geschlechteruntypische“ Berufe

„Den Patienten nicht mehr berühren! Schock wird ausgelöst!“ Die laute Stimme des Defibrillator lässt die Mädchen zusammenzucken. Es ist still im Raum – doch niemand ist in Gefahr. Das lebensrettende Gerät steht in der Werkstatt der medbo Medizintechnik und soll den Mädchen neue Einblicke in die Tätigkeiten eines „Männerberufs“ geben. Währenddessen informieren sich elf Jungs in der medbo-Krankenpflegeschule über die vielfältigen Möglichkeiten des Krankenpflegeberufs.

Insgesamt 24 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren von Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien erkundigten sich bei der medbo über Ausbildungsmöglichkeiten. Einige hatten schon sehr konkrete Vorstellungen von ihrem Berufsleben, andere weniger. Bei einem Punkt waren sich jedoch alle einig: Den Girls‘- und Boys‘-Day wollen sie nutzen, um neue Einblicke in fremde und „geschlechteruntypische“ Berufswelten zu bekommen.

Besonders interessant ist natürlich die praktische Arbeit. Thomas Schmid, Leiter der Medizintechnik, stellte den Schülerinnen die wichtigsten Geräte vor. Medizinisches und technisches Wissen ist gleichermaßen wichtig. So lernten sie, dass eine Vene fast den gleichen Druck aushalten muss wie ein Fahrradschlauch.

Während bei den Mädchen die Technik des Blutdruckmessgeräts im Vordergrund stand, lernten die Jungs in der Pflege an einer Patientenpuppe wie das Gerät richtig angelegt wird. Zwei Pfleger, die ihre Ausbildung bei der medbo absolviert haben, wurden von den Schülern mit Fragen gelöchert. Vor allem den direkten Kontakt mit den Patienten finden die Jungen sehr spannend. Um sich besser in den Zustand ihrer Patienten hineinversetzen zu können, verwandelten sich die Jugendlichen binnen Sekunden mit einem Alterssimulationsanzug zu bewegungs- und wahrnehmungseingeschränkten Senioren. Mit einem Tremorsimulator konnte das Zittern eines Parkinsonpatienten am eigenen Körper nachempfunden werden.

Zum Abschluss des lehrreichen Tags lernten die Jungen den Alltag auf neurologischen und psychiatrischen Stationen kennen, die IT-Mädchen gestalteten eine Homepage, während in der Medizintechnik in der Bettenwerkstatt ein Intensivbett mit all den Geräten, die sie vorher kennengelernt hatten, genauer inspiziert wurde.