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medbo gewinnt Miteinander-Preis 2016

Das Projekt „Betreutes Wohnen in Familien“ gewinnt 2.000 Euro.

Die medbo gewann mit dem Projekt „Betreutes Wohnen in Familien für Menschen mit Behinderung“ den mit 2.000 Euro dotierten Bayerischen Miteinander-Preis für die Oberpfalz. Den Preis überreichte Sozialministerin Emilia Müller am 24. Oktober auf Schloss Nymphenburg.

 

„Der Bezirk Oberpfalz unterstützt die Inklusion psychisch behinderter Menschen. Deshalb bin ich als Bezirkstagspräsident stolz auf die engagierten Familien und das Team der medbo, die für ihren großartigen Einsatz ausgezeichnet wurden“, freut sich Bezirkstagspräsident Franz Löffler. „Letztendlich gehört dieser Preis den Familien und unseren Bewohner, die täglich das Miteinander praktizieren“, gibt Nicole Radlinger aus dem medbo-Team „Betreutes Wohnen in Familien“ nach der Verleihung das Lob weiter.

 

 

 

Miteinander leben, lernen und wohnen

 

Richard Schießl, Sozialpädagoge in Haus 18, und Nicole Radlinger, Sozialdienst in Haus 21, initiierten 1999 das BWF in der Oberpfalz und bauen es seither auf und aus – seit 2010 verstärkt durch Susanne Freunek (Diplompädagogin in Haus 18).. Die außergewöhnliche Bereitschaft der Gastfamilien, einen behinderten Menschen über viele Jahre hinweg bei sich aufzunehmen, in das Familienleben zu integrieren und zu betreuen, kann nicht hoch genug geschätzt werden.

 

Mit dem bayerischen Miteinander-Preis 2016 sollen besonders gelungene Projekte der Inklusion von Menschen mit Behinderung ausgezeichnet und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die positiven Beispiele sollen anschaulich demonstrieren, was Inklusion bedeutet: Nämlich dass Menschen mit und ohne Behinderung miteinander leben und arbeiten, lernen und wohnen – von Anfang an.

 

Nachfrage auf beiden Seiten groß

 

Beim Betreuten Wohnen in Familien (BWF) leben Menschen mit psychischer oder geistiger Behinderung bei Gastfamilien. Durch die Tagesstrukturierung bekommen sie eine Halt täglichen Leben und vor allem beim Bewältigen von Problemen. Die Gastfamilie unterstützt bei der Lebensführung, der Gestaltung persönlicher Beziehungen und der Freizeitgestaltung. Das Preisgeld soll laut Radlinger den Gastfamilien und deren Bewohnern zu Gute kommen, denn finanzielle Engpässe kommen beispielsweise bei der Dauer des Probewohnens vor.

 

Welcher Bewohner zu welcher Gastfamilie passt, wählt ein multiprofessionelles Fachteam aus, das die Gastfamilie und den Bewohner permanent berät und begleitet. Im Moment leben rund um Regensburg 21 Bewohner in 18 Gastfamilien. Weitere Familien stehen bereit, einen psychisch oder geistig behinderten Menschen bei sich aufzunehmen. Die Nachfrage beim BWF, sowohl von aufnahmebereiten Gastfamilien als auch von betroffenen Bewohnern, ist ungebrochen.

 

 

Prestigeträchtige Auszeichnung

 

Gemeinsam mit dem Radiosender ANTENNE BAYERN hat Sozialministerin Emilia Müller den Miteinander-Preis 2014 ins Leben gerufen und erstmals verliehen. Die fünfmalige Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics in Sotchi Weltbehindertensportlerin Anna Schaffelhuber übernahm die Schirmherrschaft. Weitere Unterstützer sind der Fernsehsender SAT. 1 BAYERN, der Bayerische Landesbehindertenrat und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.