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Spatenstich für Psychiatrie in Amberg

Psychiatrische Tageskliniken für Kinder, Jugendliche und bald auch für Erwachsene

Mit einem feierlichen Spatenstich wurde der Bau von zwei psychiatrischen Tageskliniken und den angeschlossenen Institutsambulanzen in Amberg begonnen. Gleich neben dem St. Marien Klinikum errichtet die medbo eine kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik mit zwölf Plätzen sowie eine erwachsenenpsychiatrische Tagesklinik mit 20 Plätzen. Damit schließt sich eine Versorgungslücke in der westlichen Oberpfalz.

Unter der neuen Adresse Ecke Marienstraße/Wiltmeisterstraße sollen ab 2018 psychisch kranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Anlaufpunkt für Diagnose und Behandlung haben. Ein multiprofessionales Team kümmert sich um Patienten mit allen kinder- und jugendpsychiatrischen Krankheiten, wie vor allem Ängste und Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen (z. B. ADHS), Psychosomatische Störungen (z. B. Einnässen, Essstörungen), Selbstverletzendes Verhalten, Tic- und Zwangsstörungen. In der Tagesklinik für Erwachsenenpsychiatrie sollen Krankheiten wie Burnout und Depression, Persönlichkeitsstörungen, psychotische Erkrankungen, Angst- und Zwangserkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, psychosomatische Leiden und chronische Schmerzen behandelt werden.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler stellte die Notwendigkeit einer psychiatrischen Versorgung im Westen der Oberpfalz hervor. „Gerade bei Patienten mit psychischen Problemen ist es unabdingbar, ein Angebot möglichst nahe am Wohnort vorzuhalten. Dieses Ziel verfolgen wir mit all unseren Baumaßnahmen und haben bereits konsequent ein dichtes Versorgungsnetz über die Oberpfalz gespannt“, strich Löffler hervor. Auch die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml zeigte sich vom Bauvorhaben erfreut: „Wir sind beim Ausbau und der Modernisierung der psychiatrischen Versorgung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Oberpfalz auf einem sehr guten Weg. Wenn es darum geht, moderne Versorgungsstrukturen in der Psychiatrie zu schaffen, setzen wir vor allem auf regionale Tageskliniken. So schaffen wir eine wohnortnahe Versorgung für die Patienten und ihre Angehörigen ohne große Fahrtstrecken."

Die gesamten Kosten belaufen sich auf geschätzte 6,88 Mio. Euro. Mehr als die Hälfte davon übernimmt der Freistaat mit rund 3,5 Millionen Euro. Eine Summe von 2,4 Millionen Euro für den Neubau stemmt der Bezirk durch sein Tochterunternehmen medbo. Auch an den Kosten für die Schule für Kranke beteiligt sich der Bezirk Oberpfalz mit rund 650 000 Euro. Das Klinikum St. Marien überlässt der Psychiatrie das Grundstück kostenfrei – die medbo musste lediglich den Abbruch des alten Infektionsgebäudes übernehmen.

Als künftiger Nachbar wünschte der Vorstand des St. Marien Klinikums Amberg dem Bau einen unfallfreien Verlauf und strich die Vorteile heraus, die sich durch die enge räumliche Zusammenarbeit ergeben werden.

2009 eröffnete die medbo in Amberg bereits eine Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die 2013 nach einem Umzug ins ehemalige Bundeswehrkrankenhaus durch eine Tagesklinik mit zwölf Behandlungsplätzen ergänzt wurde. Die Tagesklinik und Institutsambulanz Amberg bietet Kindern und Jugendlichen Diagnostik, Krisenintervention und Behandlung bei psychischen Belastungen. Bislang wurden am Amberger medbo-Standort rund 5600 junge Patienten ambulant behandelt und über 140 in der Tagesklinik.

Über die medizinischen Konzepte und die Behandlungsangebote der Tageskliniken berichteten die Chefärzte Dr. Peter Radlinger (Erwachsenenpsychiatrie) und Dr. Christian Rexroth (Kinder- und Jugendpsychiatrie).