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16,9 Millionen Euro für die seelische Gesundheit

Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher informierte sich Ende August bei der medbo Wöllershof vor Ort über den Fortgang der Baumaßnahmen der neuen Psychosomatik und der psychiatrischen Komfortstation.

„Der Bezirk Oberpfalz bleibt bei seiner Strategie, die Medizin zu den Menschen zu bringen. Im Fall psychischer Erkrankungen ist dies unserer Meinung nach der einzig richtige Weg. Denn psychisch kranke Menschen sind mit langen Anfahrtswegen schlichtweg überfordert.“, erklärt Vizepräsident Höher das Engagement des Bezirks Oberpfalz und seiner medizinischen Einrichtungen. Der Ausbau gerade in Wöllershof wird zudem dringend benötigt: Die Auslastung des Bezirksklinikums Wöllershof steigt Jahr um Jahr.

Psychosomatisches Schwergewicht

Am Standort Wöllershof wollen Bezirk und medbo vor allem das Fachgebiet Psychosomatik ausbauen. „Wir haben hier seit jeher einen psychosomatischen Schwerpunkt. Gerade die psychosomatische Medizin berücksichtigt das komplexe Zusammenspiel zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden.“, so Dr. Markus Wittmann, ärztlicher Direktor des medbo Bezirksklinikums Wöllershof. Dazu plant die medbo die Erweiterung ihres Angebots an physikalischen Therapien. Die bestehende physikalische Abteilung bot bisher schon medizinische Massagen und Physiotherapie, aber auch ein Dampfbad, das von den Patienten gut angenommen wurde.

Komfort für kranke Menschen

Wer aber den zauberhaften Standort Wöllershof kennt, der weiß, dass das noch weitgehend erhaltene ursprüngliche Jugendstil-Ensemble mit dem weitläufigen Krankenhauspark, den diversen Sportanlagen, aber gerade auch wegen der wunderschönen Nordoberpfälzer Landschaft und der Ruhe des gesamten Hauses ein guter Ort zur Therapie psychischer Leiden ist. Auch für Patienten, die den Komfort einer Unterbringung auf gehobenem Hotel-Standard on top dazu buchen möchten. Dr. Markus Wittmann: „Ob auf Komfort- oder Normalstation: Der therapeutische Anspruch in Wöllershof orientiert sich immer an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Durch die neue Komfortstation können besondere Ansprüche an Ausstattung und Service realisiert werden.“

Das Bauvorhaben in Wöllershof im Detail

„Wir investieren in großem Umfang: 40 Millionen Euro verbauen wir bis Ende 2024 in der Nordoberpfalz, allein 16,9 Millionen Euro davon hier am Bezirksklinikum Wöllershof“, sagt medbo Finanzdirektor Konrad Kastner.

In Wöllershof entstehen ein Ersatzneubau und ein Erweiterungsbau im neuen Ensemble HAUS 13 für die Sanierung von 41 stationären Betten und vier teilstationären (tagesklinischen) Plätzen. 20 Betten davon umfasst die künftige Komfortstation. Sie wird im Obergeschoss angesiedelt sein. Im Erdgeschoss wird die psychosomatische Station untergebracht sein: 21 Betten in drei Einzel- und neun Doppelzimmern. Die vier teilstationären Behandlungsplätze der Psychosomatik werden dann auch in HAUS 13 integriert: Die Patienten kommen hier morgens zu ihren Therapieeinheiten und verlassen das Haus am späten Nachmittag in Richtung Daheim. Im Untergeschoss wird die erweiterte physikalische Therapie mit Massagen, Elektro-, Lichttherapie und Dampfbad ihren Platz finden.

Von den geplanten Kosten von 16,9 Millionen Euro sind 11,94 Millionen Euro förderfähig. Wenn die neue Einrichtung im dritten Quartal 2023 nach vier Jahren Bauzeit planmäßig eröffnet wird, werden 2.403 qm modernster Klinik zur Verfügung stehen.

medbo Schwerpunkt Nordoberpfalz

Die Hauptbaustellen der medbo in der Nordoberpfalz liegen am medbo Bezirksklinikum Wöllershof, wo die Bauarbeiten für den großen Ersatz- und Erweiterungsbau HAUS 13 schon gestartet wurden. Der zweite Gesundheitsstandort ist die kreisfreie Stadt Weiden: Hier fällt der Startschuss zum Bau einer großen, stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie bis Jahresende 2020. Neben der kinder- und jugendpsychiatrischen Großklinik wird die medbo in Weiden zeitgleich eine psychiatrische Tagesklinik für Erwachsene einrichten.

„Derzeit beschäftigt die medbo etwa 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Nordoberpfalz. Wenn wir alle Bauvorhaben abgeschlossen haben werden, werden es voraussichtlich 500 bis 600 Menschen sein.“, schließt Vizepräsident Höher.

 

Wöllershof: Standort mit Tradition

Seit 1911 besteht der Krankenhausstandort Wöllershof. Seit damals bildet Wöllershof das zweite große Standbein in der psychiatrischen Versorgung der Bevölkerung der Oberpfalz neben dem Bezirksklinikum Regensburg.

Jährlich werden in Wöllershof etwa 3.000 stationäre und tagesklinische Patienten akutpsychiatrisch versorgt. Bislang stehen dazu 175 Planbetten und zehn tagesklinische Planplätze zur Verfügung. Auch die Psychiatrische Institutsambulanz des Bezirksklinikums ist ein wesentlicher Pfeiler in der psychiatrischen Versorgung: 6.500 Patientenfälle werden dort jährlich behandelt.

Besondere Erfahrung hat man in Wöllershof in der suchtmedizinischen Versorgung. Eine überregional renommierte Fachklinik für Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen komplettiert die Akut- und ambulante Suchtmedizin.

Am Standort Wöllershof betreibt die medbo nicht zuletzt zwei psychiatrische Pflegeheime mit 43 Betten sowie ein psychiatrisches Wohnheim mit zwölf Plätzen.

 

Bildnachweis: Renate Neuhierl/medbo

Bildinformationen: (von links) Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher vor Ort an der Wöllerhofer Großbaustelle. Mit dabei: Pflegechefin Christine Kick, medbo Finanzdirektor Konrad Kastner, Marco Hutzler (medbo Bauverwaltung), Chefarzt Dr. Markus Wittmann.