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Beim Bezirk schlägt das Herz für die Menschen in der Oberpfalz

Fachlich und menschlich fundierte Hilfe für junge Menschen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Tiefgehende und spannende Informationen zu den Aufgaben und Leistungen des Bezirks Oberpfalz erlebten rund  40 Bürger aus der Stadt Amberg und Umland auf Einladung des Bezirksrats Martin Preuß in der Bezirkshauptverwaltung. „Beim Bezirk schlägt das Herz für die Menschen in der Oberpfalz“, so brachte Preuß die gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Dienstleistungen der dritten kommunalen Ebene auf den Punkt.

Der Bezirk kümmert sich mit seinen medizinischen Einrichtungen in Regensburg, Amberg, Cham und Weiden auch um psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche in der Oberpfalz. Wissenschaftlich fundierte Einblicke gab Professor Dr. med. Romuald Brunner, Inhaber des Lehrstuhls für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Ärztlicher Direktor der medbo Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Von etwa 2,5 Milliarden Kindern weltweit sind schätzungsweise 10-20 Prozent durch psychische Probleme belastet, stellte Brunner fest. Der Eintritt in die Pubertät sorgt allgemein bei Jungen und Mädchen für ein höheres Erkrankungsrisiko.

Die Hälfte aller psychischen Erkrankungen wie Depressionen und  Angststörungen beginnen um das 14. Lebensjahr. Essstörungen bei Mädchen werden sowohl von genetischen und psychosozialen Faktoren wie Selbstwertgefühl, Ängstlichkeit und von der emotionalen Stabilität der eigenen Herkunftsfamilie beeinflusst. Das Verhalten junger Menschen erklärt sich unter anderem aus der späten Reifung des Gehirnareals, das für Planung, Willensbildung und zielorientiertes Denken zuständig ist. Ausgehend von Bildern der jungen Patienten verband Dieter Doll, Stationsleiter der Tagesklinik für Grundschulkinder und Pflegeexperte der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, diese neurophysiologischen Forschungsergebnisse mit der praktisch medizinisch-therapeutischen Anwendung.

Die zentrale Botschaft

Ohne belastbare Beziehung zu den jungen Patienten gibt es kaum Chancen für menschlich zugewandte professionelle Hilfe. Wertschätzung, Anerkennung der Rechte und Bedürfnisse der Kinder sowie gleichberechtigte Partnerschaft: Diese Haltung der Klinikmitarbeiter bestimmt die Beziehungsgestaltung und öffnet das Feld für die Einhaltung von Regeln und Vereinbarungen. Beim abschließenden Kurzbesuch in den Nicht-Patientenbereichen der Klinik offenbarten die vielen Fragen an die Fachleute die Wertschätzung der Gäste für die Klinikarbeit und den Wunsch nach professioneller Wegbegleitung für junge Menschen zu psychisch gesunden, selbstbewussten Persönlichkeiten.