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Deportation in den Tod vor 80 Jahren

Gedenken an die Opfer der NS Verbrechen in der Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll

Bedingt durch die hohen Infektionszahlen der Coronapandemie hat die geplante große Gedenkveranstaltung in den Sommer nächsten Jahres verschoben werden müssen. Am 4. November 2020 jährt sich die erste von insgesamt fünf Deportationen von Patienten der Regensburger Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll nach Hartheim im Rahmen der T4-Krankenmordaktion zum 80. Mal.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde den Patienten der Anstalt benötigte Pflege, Hilfe und Schutz verwehrt, sie wurden zwangssterilisiert, ermordet oder dem Hungertod tatenlos überlassen. Um den unschuldigen Opfer zu gedenken, hat Bezirkstagspräsident Franz Löffler einen Kranz an der Gedenkstätte vor der St. Vitus Kirche niedergelegt.

„Der Gnadentod hatte mit Gnade nichts gemein, sondern beinhaltete ausschließlich die Vernichtung von psychisch Kranken und behinderten Menschen“, stellte Löffler fest. In der NS-Zeit wurden in der Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll rund 620 Patienten zwangssterilisiert, in den Jahren 1940 und 1941 wurden 654 Patienten entweder direkt nach Hartheim oder über die Anstalt Eglfing nach Hartheim in den Tod geschickt, darunter zwölf jüdische Patienten. Nach deutlichen Protest von Angehörigen und der Kirche wurde die T4 Aktion (benannt nach der Zentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4) gestoppt. Weitere viele hundert Menschen starben in den folgenden Jahren in Karthaus-Prüll an bewusst herbeigeführter Mangelversorgung.


Bezirkstagspräsident Löffler mahnte ein aktives Gedenken, das „Das Nicht-Vergessen unser tägliches Leben, unseren Umgang mit Mitmenschen und hier speziell unser tägliches Arbeiten bestimmen muss“.

BU: Bezirkstagspräsident Franz Löffler bei der Kranzniederlegung im Kirchhof der St. Vituskirche mit medbo Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner und den Klinikseelsorgern.
Bildautor: Lissy Höller/medbo