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Welt-Multiple-Sklerose-Tag

Infoveranstaltung der MS-Ambulanz am 29. Mai 2019

Die MS gilt nach wie vor als unheilbar, doch die Therapien werden immer besser. Professor Ralf Linker, Ärztlicher Direktor der medbo Neurologie, und seine Experten informieren über die neuesten Möglichkeiten. Die Vortragsreihe beginnt um 16:30 Uhr in der Mehrzweckhalle der medbo.
Die Multiple Sklerose gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen. Noch heute glauben viele, dass die Krankheit zwingend zu einer schweren Behinderung führt. Ein Irrtum: „Die Therapien haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert“, sagt Professor Dr. Ralf Linker, Ärztlicher Direktor der medbo Neurologie. „Wir können den Erkrankten in den meisten Fällen ein normales Leben ermöglichen.“  
Um den Patienten in der Oberpfalz Mut zu machen, initiierte der Neurologe eine Informationsveranstaltung. Sie ist die erste dieser Art und richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte. Professor Linker wird die Reihe mit einem Vortrag über die neuesten Entwicklungen der Immunologie eröffnen. „Mittlerweile stehen uns 15 verschiedene Immuntherapien zur Verfügung“, sagt er. „Mit zielgerichteten Eiweißabwehrstoffen, den sogenannten monoklonalen Antikörpern, können wir das Abwehrsystem so modulieren, dass es keine körpereigenen Zellen mehr angreift.“  
Symptome der MS und ihre Behandlungsmöglichkeiten
Die MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Abwehrzellen die Nervenscheiden von Gehirn und Rückenmark zerstören. „Diese Myelinscheiden wirken normalerweise wie eine Isolierschicht für unsere Nerven“, erklärt Linker. „Sie sorgen dafür, dass die elektrischen Signale schnell und verlustfrei weitergeleitet werden.“ Wird diese Isolierschicht zerstört, gelangen die Signale schlechter oder gar nicht mehr an ihren Zielort. Abhängig vom betroffenen Bereich hat das verschiedenste Symptome zur Folge.
Oft klagen Betroffene zunächst über Sehstörungen oder Kribbelgefühle. In manchen Fällen kann es zu schweren neurologischen Ausfällen und Lähmungen kommen. Patienten haben teilweise mit Harninkontinenz, Depressionen oder chronischer Müdigkeit zu kämpfen. Privatdozent und Oberarzt Klemens Angstwurm wird in seinem Vortrag erläutern, welche Behandlungsmöglichkeiten gegen diese Begleitsymptome zur Verfügung stehen.
Langfristiges Ziel: Eine verbesserte Lebensqualität
In einem Großteil der Fälle verläuft die MS in Schüben. Meist bilden sich die entstandenen Defizite ganz oder teilweise zurück. „Es gibt jedoch Verlaufsformen, die durchgehend voranschreiten, ohne dass sich die Symptome jemals wieder bessern“, ergänzt Linker. Auf diese progredienten Verläufe geht Privatdozent De-Hyung Lee in seinem Vortrag ein. Er wird vor allem über die Therapiemöglichkeiten in naher Zukunft sprechen.
„Eine gute Therapie sieht den Patienten in all seinen Aspekten“, sagt Linker. Dabei geht es nicht nur um Tabletten und Antikörper. „Im Idealfall wird eine Behandlung durch weitere Maßnahmen ergänzt, etwa durch angepasste Diäten oder Yoga.“ Über diese komplementären Therapien berichtet Dr. David Olmes zum Schluss der Vortragsreihe.
Mit der Informationsveranstaltung setzt Professor Linker sein Ziel in die Realität um: Er möchte den Patienten in der Oberpfalz die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur MS-Therapie so schnell wie möglich verfügbar machen. „Wichtig ist, dass wir bei unseren Patienten durch die Therapie nicht nur das funktionelle Langzeitergebnis verbessern, sondern vor allem auch die Lebensqualität“, schließt der Neurologe.


  Infoveranstaltung zur MS

  am 29. Mai um 16:30 Uhr

Mehrzweckhalle Haus 37 am medbo Bezirksklinikum
  Universitätsstraße 84, 93053 Regensburg

Vorträge von Äeztlichen Direktor Prof. Dr. Ralf Linker, Leitenden Oberarzt PD Dr. De-Hyung Lee, Oberarzt PD Dr. Klemens Angstwurm und Facharzt Dr. David Olmes