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Pflege-Wege: Gestern Schülerin, heute Lehrkraft

Lea Zwick berichtet von ihrem Werdegang von der Pflegeausbildung über die Arbeit als examinierte Fachkraft bis zur Lehrtätigkeit an den medbo Pflegeschulen

Mein Name ist Lea Zwick. Ich bin 26 Jahre alt und gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Die medbo begleitet mich schon mein ganzes Berufsleben lang, denn im Oktober 2013 habe ich hier bereits meine Ausbildung begonnen - die Arbeit auf Station hat mich seit Tag eins begeistert. Und obwohl ich das so nie geplant hatte, arbeite ich jetzt als Trainee Pflegepädagogin an den medbo Pflegeschulen in Regensburg. Meine früheren Lehrer:innen sind heute also meine Kolleg:innen. Hier möchte ich meine Geschichte erzählen.

Alles begann zufällig

Mein Werdegang in der medbo begann mit einem glücklichen Zufall. Im Frühjahr 2013 habe ich von dem dualen Pflegestudium gehört, das die medbo damals in Zusammenarbeit mit der OTH Regensburg ermöglichte.* Ich konnte während der Ausbildung studieren und sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mein eigenes Geld verdienen und mich dabei auch noch weiterbilden. Außerdem wurde dabei die praktische und theoretische Ausbildung nahtlos kombiniert. Für mich unschlagbare Argumente.

*Anmerkung der Redaktion:
Die medbo hat ihr Förderprogramm für Pflege-Expert:innen mittlerweile angepasst. Seit Herbst 2020 gibt es die Möglichkeit zur Fachkarriere durch den Studiengang B.Sc. Pflege Psychiatrie. Weitere Infos unter medbo.de/pflegestudium

Fremd war mir die medbo damals schon nicht: Meine Oma hatte zu diesem Zeitpunkt schon 25 Jahre im Labor gearbeitet. Aufgrund der positiven Eindrücke habe ich mich für eine Ausbildung beworben. Als ich die Zusage für einen Ausbildungs- und Studienplatz bekommen hatte, war die Freude natürlich riesig.

Die Ausbildungszeit hat mir immer Spaß gemacht und ich bin gerne in den Unterricht gegangen. Damals hätte ich mir aber niemals vorstellen können, einmal als Lehrkraft zurückzukommen. Aber im Leben kommt es oft anders, als man denkt, und heute bin ich froh über den Weg, der sich mir aufgetan hat.

Der Sprung von der Schülerin zur examinierten Fachkraft war herausfordernd

Im September 2016 habe ich meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin erfolgreich abgeschlossen. Bei der medbo bin ich geblieben: Ich wurde als Teilzeitkraft auf einer beschützenden Station übernommen. Mit dieser Arbeitszeitregelung konnte ich mich in den letzten drei Semestern voll auf meinen Bachelorabschluss konzentrieren.

Das war damals eine herausfordernde Zeit. Plötzlich viel Verantwortung in der Praxis zu übernehmen und sich nicht mehr auf seinem Schüler-Status ausruhen zu können, hat mich viel Energie gekostet. Da verstand ich zum ersten Mal meine Lehrerinnen und Lehrer. Sie wollten mich mit ihren Forderungen und ihrer Professionalität in den drei Jahren Ausbildung nicht ärgern, sondern zu einer verantwortungsbewussten und eigenständigen Gesundheits- und Krankenpflegerin ausbilden.

Nach dem Abschluss kam alles anders als gedacht

Als ich 2018 meinen Pflege-Bachelor erfolgreich abgeschlossen hatte, habe ich immer wieder überlegt diesen zum Master zu erweitern. Ich hatte die Wahl zwischen den Fachbereichen Pflegepädagogik, Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement. Bei keinem dachte ich sofort „das ist es!“ Am wenigsten jedoch bei Pflegepädagogik. „Also Lehrerin möchte ich auf jeden Fall nicht werden“, so waren meine Gedanken. Zumindest damals.

Im Laufe der Zeit auf meiner Station wurde mir jedoch bewusst, dass mir das praktische Anleiten von Auszubildenden tatsächlich sehr gut gefällt und Spaß macht. Durch diese Arbeit hatte ich die Möglichkeit, ganz neue Interessen und Talente an mir zu entdecken.

Als ich dann im medbo Intranet von einer Infoveranstaltung zum Trainee-Programm an den medbo Pflegeschulen erfahren habe, habe ich mich ohne zu zögern angemeldet.

Ein Abend mit folgereichen Entscheidungen

Während der Infoveranstaltung wurde das Trainee-Programm von der Schulleiterin Christine Denk und zwei Lehrerinnen vorgestellt. Die Aussichten, während des Studiums in die praktische Tätigkeit als Pflegepädagogin hineinzuwachsen, haben mein Interesse sofort geweckt.

Der Besuch der Infoveranstaltung war auf jeden Fall eine folgenreiche Entscheidung. Zwei Monate später machte ich Nägel mit Köpfen und berichtete meinem Pflegedienstleiter und Stationsleiter, dass ich an die medbo Pflegeschulen als Trainee wechseln würde.

In jedem Abschied steckt ein Anfang

Der Abschied von meinem Stationsteam und den Patientinnen und Patienten fiel mir sehr schwer. Und natürlich war vor allem die erste Zeit an den medbo Pflegeschulen eine große Umstellung, denn ich war Lehrende und Lernende in einem: Ich begann mein Studium an der Technischen Hochschule Deggendorf und gleichzeitig musste ich mich in meiner neuen Rolle als Lehrkraft zurechtfinden. Zwar hatte ich in meinem ersten Studium schon Grundzüge der Didaktik kennengelernt – das theoretische Unterrichten und die praktischen Begleitungen auf Station waren jedoch etwas völlig Anderes. Ich bin deshalb froh, dass ich die Möglichkeit hatte, als Trainee-Pflegepädagogin – also als Pflegepädagogin in Ausbildung - eingestellt zu werden. Ich hatte Zeit, mich an meine neue Rolle zu gewöhnen und konnte austesten, wie ich mich mit dieser neuen Verantwortung fühlte.

Die Zeit als Trainee ist sehr facettenreich

Neben den Kolleg:innen, die ich immer um Hilfe bitten kann, habe ich auch regelmäßig Trainee-Stunden, in denen Themen der Pädagogik und Didaktik besprochen werden. Hier kann ich alle meine Fragen und Anliegen jemanden stellen, der mir natürlich auch bei der Antwort-Suche hilft. Es ist ein schönes Gefühl, immer wertvolle Hilfe in der Nähe zu wissen, die ich in Anspruch nehmen kann, wenn ich sie brauche. Diese zusätzliche Betreuung wird noch bis zum Ende meines Studiums im Jahr 2023 gehen. Darüber bin ich sehr froh, denn das Arbeiten an den medbo Pflegeschulen ist sehr facettenreich: Neben dem theoretischen Unterricht und der praktischen Betreuung auf Station oder in unserem Skills Lab, unterstütze ich seit Sommer letzten Jahres den stellvertretenden Schulleiter Harald Rzychon bei der Leitung eines Kurses. Die Arbeit mit den Schüler:innen macht mir auf jeden Fall sehr viel Spaß und ich bin froh, dass ich diese Chance damals ergriffen habe. Mal sehen, was die Zukunft an der medbo noch mit sich bringt!