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Die Spezialambulanz für Neurodegeneration widmet sich seltenen Bewegungsstörungen und anderen neurodegenerativen Erkrankungen. Hier finden insbesondere Patient:innen und mit der Huntington-Erkrankung, Ataxien und Motoneuronerkrankungen kompetente Ansprechpartner:innen. Schließlich werden auch verschiedene Demenzformen und komplexe neurogenetische Syndrome in der Ambulanz diagnostiziert und behandelt.

Bei der Diagnose von Bewegungsstörungen und anderen neurodegenerativen Erkrankungen spielt in besonderem Maße die Sorgfalt bei der neurologischen Untersuchung und die Erfahrung der untersuchenden Neurolog:in eine Rolle.

Expertise und Netzwerk Morbus Huntington

Die Ambulanz ist spezialisiert für die Behandlung von Patient:innen mit der Huntington-Erkrankung. Für die Untersuchung und Beratung von Betroffenen und ihren Familien besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Humangenetik Regensburg. Die Klinik für Neurologie ist Mitglied des Europäischen Huntington-Netzwerks (EHDN).

Für klinische Studien (ENROLL-HD Register und Medikamentenstudien) ist eine Kooperation mit dem Huntington-Zentrum am Universitätsklinikum Erlangen etabliert. Zudem werden vor Ort Forschungsprojekte zur standardisierten Bewegungsanalyse durchgeführt. Hier bestehen auch intensive Kontakte zur Deutschen Huntington-Hilfe (dhh).

Expertise und Netzwerk Neurodegenerative Erkrankungen

Betroffene erfahren eine ausführliche Beratung, Diagnostik (unter anderem  in Kooperation mit dem medbo Institut für Neuroradiologie und Zentrum für Humangenetik) und Behandlung. Zudem besteht eine Zusammenarbeit der Ambulanz mit dem Zentrum für Seltene Erkrankungen Regensburg (ZSER). Außerdem ist die Ambulanz Mitglied des MND-NET, dem Zusammenschluss der wichtigsten deutschen Zentren zur Behandlung und Erforschung von Motoneuronerkrankungen, besonders der ALS. Hier können interessierte Patienten auch in die Registerstudie des MND-NET aufgenommen werden.

Patient:innen mit spastischen Spinalparalysen finden kompetente Ansprechpartner:innen in der Spezialambulanz.

Gemeinsam mit der HSP-Spezialambulanz am Universitätsklinikum Erlangen wurden mehrere Forschungsprojekte etabliert. Besonders für neurodegenerative Erkrankungen, bei denen eine Demenz im Vordergrund steht, erfolgt die Diagnostik und Behandlung in enger Kooperation mit der Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Institutsambulanz am Bezirksklinikum.

Leitung

Privatdozent Dr. med. Zacharias Kohl, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Neurologie

  • Unwillkürliche Bewegungen
    Das Auftreten von unwillkürlichen Bewegungen kann ein erster Hinweis für die Huntington-Erkrankung sein. Diese seltene erbliche Erkrankung kann sich aber auch mit psychischen Symptomen wie Ängsten, Depression und Wahnvorstellungen äußern.
  • Beeinträchtigung des Gangbilds
    Einige neurodegenerative Erkrankungen zeigen zu Beginn eine Beeinträchtigung des Gangbilds, etwa mit einer vermehrten Gangunsicherheit zusammen mit Störungen der Feinmotorik beiAtaxienund vermehrter Muskelsteifigkeit (Spastik) bei spastischen Spinalparalysen.
  • Muskellähmungen
    Dies kann auch gemeinsam mit Muskellähmungen auftreten, was typisch für die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), eine weitere Motoneuronerkrankung, ist.
  • Kognition/dementielle Syndrome
    Viele dieser Erkrankungen können auch mit einer Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit (Kognition) vergesellschaftet sein, hier spricht man dann von dementiellen Syndromen.
  • Dementielle Erkrankungen
    Allerdings können Demenzen auch als eigenständiges Krankheitsbild auftreten, bekannt sind hierbei insbesondere die Lewy Körperchen-Demenz (welche manchmal der Parkinson-Erkrankung ähneln kann), die sogenannte Fronto-temporale Demenz (FTD) und die Alzheimer-Erkrankung. Bei einem Teil dieser oft seltenen Erkrankungen liegt eine erbliche Ursache zugrunde.