Psychiatrische Versorgung in der Nordoberpfalz gestärkt

Neujahresbesuch 2026: In Weiden entsteht eine neue medbo Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie – am medbo Bezirksklinikum Wöllershof wächst das Angebot weiter.

Weiden / Wöllershof. „Wir investieren nicht nur in Gebäude, sondern in Versorgungssicherheit für die Nordoberpfalz“, sagt Franz Löffler. Beim diesjährigen Neujahrsbesuch besucht der Bezirkstagspräsident der Oberpfalz gleich zwei zentrale Standorte der medbo: der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden und des Bezirksklinikums Wöllershof. Begleitet wurde er unter anderem von Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, Tirschenreuths Landrat und Bezirksrat Roland Grillmeier sowie Störnsteins Bürgermeister Markus Ludwig. Von medbo-Seite nahmen neben dem medbo Vorstand Dr. Helmut Hausner auch Josef Scherl (Direktor Wirtschaft & Finanzen), Prof. (OTH AW) Dr. Markus Wittmann (Ärztlicher Direktor Wöllershof), Dr. Rexroth (Ärztlicher Direktor Amberg | Cham | Weiden) und David Aue (Chefarzt KJP Weiden) teil. Der Start ins Jahr 2026 stand ganz im Zeichen der psychiatrischen Versorgung in der Nordoberpfalz.

Weiden: Neue Klinik für junge Menschen entsteht
Erste Station war die medbo Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Gabelsbergerstraße in Weiden. Die Bauphase ist zwar noch nicht komplett abgeschlossen - eine Baustelle findet sich dort aber schon längst nicht mehr. Derzeit stehen vielmehr Abnahmen und letzte Mangelbeseitigungen auf dem Programm. Ab April soll der Klinikbetrieb schrittweise anlaufen: mit 32 stationären Behandlungsplätzen - darunter acht Betten für suchtkranke Jugendliche. Auch die Tagklinik und Psychiatrische Institutsambulanz der medbo-KJP Weiden zieht vom jetzigen Standort in der Sebastianstraße in die neuen Räume. Ebenso wie die staatliche Schule für Kranke.

Insgesamt fließen rund 34 Millionen Euro in das Bauprojekt – rund 10 Millionen Euro werden aus Eigenmitteln finanziert. Die Entscheidung für den Bau fiel zwar bereits vor über zehn Jahren, hat aber heute mehr denn je Bestand: „Gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sehen wir seit Jahren steigende Bedarfe. Alleine 2025 hat die medbo Weiden rund 1.600 Fälle behandelt“, so Franz Löffler. Der Neubau soll durch neue stationäre und erweiterte ambulante Kapazitäten bestmögliche Voraussetzungen schaffen, um junge Menschen verlässlich und schnell in die Versorgung zu bringen. „Ein inhaltliches Bekenntnis“, sagt der Bezirkstagspräsident: „Wir möchten jungen Patientinnen und Patienten frühzeitig und wohnortnah helfen – mit professionellen Strukturen, multiprofessionellen Teams und vor allem: ohne lange Anfahrtswege.“

Wöllershof: Neue Angebote, stabile Entwicklung
Im Anschluss ging es nach Wöllershof. Am Bezirksklinikum stand der Austausch über aktuelle Entwicklungen im Vordergrund – etwa zur Versorgungssituation in der Akutpsychiatrie, zur Rehabilitation und zu strukturellen Neuerungen. Die Klinik verzeichnet eine stabile Auslastung, auch dank des breiten therapeutischen Angebots und einer guten interdisziplinären Zusammenarbeit. Mit der Erweiterung der tagesklinischen Plätze für Erwachsene und der Inbetriebnahme von HAUS 13 wurde das Angebot 2024 gezielt ausgebaut. Mit Erfolg: Die Tagklinik ist voll ausgelastet, der moderne Klinikneubau HAUS 13 mit Wahlleistungsstation, Therapiebereichen und komfortabler Ausstattung wurde im bundesweiten PKV-Ranking mit Bestnoten bewertet.

Die positive Entwicklung der beiden Standorte und die erfolgreiche Erweiterung des Versorgungsangebots sind das Ergebnis großer Bemühungen. Denn: Die Anforderungen steigen – nicht nur in der Behandlung, sondern auch im administrativen Bereich. „Wir sehen an vielen Stellen, dass die Anforderungen im Gesundheitswesen komplexer werden“, so medbo-Vorstand Dr. Helmut Hausner. „Unsere Aufgabe ist es, diesen Entwicklungen mit passenden Konzepten zu begegnen – und dabei gleichzeitig die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Fokus zu behalten.“ Eine Entlastung in Sachen Bürokratie sei zudem besonders wünschenswert.

Starker Start ins neue Jahr
Für Franz Löffler steht fest: „Versorgung funktioniert nicht von allein. Sie braucht starke Partner, verlässliche Strukturen – und den Willen, gemeinsam weiterzuarbeiten.“ Der heutige Besuch habe gezeigt, dass an den Standorten in Weiden und Wöllershof die Voraussetzungen dafür stimmen – sowohl baulich als auch organisatorisch. Gleichzeitig bleibe genug zu tun. Die Herausforderungen in der psychiatrischen Versorgung seien vielfältig: vom Fachkräftemangel über gesellschaftliche Vorurteile und Stigmata bis hin zu aufwändigen Verwaltungsprozessen. „Dafür braucht es nicht nur Investitionen, sondern vor allem Haltung und den Mut, über psychische Erkrankungen zu sprechen“, sagt Löffler. „Unsere Ärmel bleiben also hochgekrempelt“, so Löffler zum Abschluss – mit Blick in die Runde von Politik und Versorgung.