Virtuelle Galerie der besonderen Art

Kunst entsteht überall. Aber Kunst mit Anspruch braucht seelische Tiefe. Eine Tiefe, die auf Lebenserfahrung fußt. Und gerade schwere Krisen und psychische Erschütterungen sind eine sehr intensive Lebenserfahrung.

Wir - das Team der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) am medbo Bezirksklinikum Regensburg - schaffen mit unserer Galerie PIArt  einen analogen und gleichzeitig virtuellen Raum für in diesem Sinn besondere Kunst. Einer Kunst des Lebens und manchmal auch Überlebens.

Bei uns zeigen Künstler:innen der Öffentlichkeit Werke, die einen persönlichen und/oder professionellen Bezug zu Krisen und seelischen Extremerfahrungen haben.

Denn Kunst ist eine Sprache, die auch dann noch greift, wenn Worte alleine nicht mehr ausreichen.

Die Exponate in unserer Galerie verbinden deshalb nicht nur handwerklichen und künstlerischen Anspruch – sie berühren und ermöglichen intensiven Austausch zwischen denen, die sie erschaffen haben, und denen, die sie betrachten.

Organisatorisch unterstützt wird die PIArt-Galerie von den Kunstsachverständigen des Bezirks Oberpfalz und dem Regensburger Verein Irren ist menschlich e.V.

Hinweise & Informationen

Die PIArt-Galerie befindet sich in den Räumlichkeiten der Psychiatrischen Institutsambulanz des Bezirksklinikums Regensburg in HAUS 12. Öffnungszeiten werden auf deren Homepage aktuell gehalten. Hinweise zur Anfahrt zum und zur Lage der Gebäude am Bezirksklinikum finden Sie auf unseren Standortseiten Regensburg.

Eigene Wahrheiten

Ausstellung der Künstlerin Birgit Maria Groitl vom 22. Mai  bis 17. Juli 2026. Offene Vernissage am 21. Mai ab 18:00 Uhr am Bezirksklinikum Regensburg.

Nicht „100 Bilder zur selben Wahrheit“ (nach Pablo Picasso), sondern „nur“ 40 stellt Birgit Maria Groitl (54) erstmals in der Galerie PIArt der medbo Regensburg aus. Entstanden sind die Werke im Laufe ihrer wiederholten Aufenthalte in diversen Kliniken Ostbayerns. 

„Eine chronische bipolare Störung ist wirklich kein Glücksfall. Aber über meine wiederholten Aufenthalte in diversen Fachkliniken kam ich über deren kunsttherapeutische Angebote zur Malerei“, erzählt die Künstlerin über ihre Anfänge. 

Kunst- und Ergotherapie gaben Birgit Groitl den nötigen Raum und ermöglichten ihr vor allem, eine Vielfalt an Techniken und Materialien auszuprobieren. „Am Anfang lernt man in der Ergotherapie, ein Kunst-Projekt umzusetzen – Schritt für Schritt“, so die Malerin. „Da stellt man sich Fragen nach dem Motiv, der Technik und den Materialien, die man braucht“. Das Festhalten an Vorlagen und der Einsatz von Linoldruck halfen ihr vor allem durch depressive Krankheitsphasen, in denen sie kaum Zugang zu ihren eigenen Gefühlen fand.

Im Lauf der Zeit gelang es Birgit Groitl, sich von der ergotherapeutischen Vorlagen-Malerei zu lösen und ihre eigenen Motive zu finden und festzuhalten. „Ich spürte: Ich will meine eigenen Wahrheiten zeigen!“, erklärt die Malerin den Titel ihrer Ausstellung. Vor allem in den hypomanen Phasen ihrer Erkrankung kann sie ihrer überbordenden Kreativität mittlerweile freien Lauf lassen. Übrigens: Viele ihrer Bilder, die sie in der PIArt-Galerie zeigt, entstanden aufgrund ihrer krankheitsbedingten Schlaflosigkeit nachts.
 

„Ich will Stimmung sichtbar machen“

Zentrales Anliegen ist der Künstlerin heute die Darstellung von Stimmungen und Gefühls-Gemengelagen mit Hilfe von Farbe, Struktur und Textur. Ihr Werk spiegelt entsprechend die verschiedenen emotionalen Zustände ihrer Schöpferin in den jeweiligen Phasen der Bipolarität. Je mehr die Energie wieder in Fluss kommt, umso farbiger, freier, fröhlicher sind die Werke gestaltet.

Die Collage-Technik ist ihr Weg, aus einer Fülle von Materialien das für ihre Wahrheit Wesentliche herauszufiltern und in den für sie passenden Rahmen zu bringen. Zu analysieren, zu ordnen, zu strukturieren und schließlich zusammenzufassen, das entspricht auch Birgit Groitls ursprünglicher Ausbildung als Diplom-Ingenieurin.

Mit Hilfe der Kunst gelingt es ihr heute, das betont Rationale ihres Werdegangs mit den emotionalen Herausforderungen ihrer Erkrankung in Einklang zu bringen. Mit Erfolg: Einige ihrer Werke sind nicht zuletzt seit Jahren fester Bestandteil der Raumgestaltung im medbo Zentrum für Psychiatrie Cham.

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Die Ausstellung wird am 21. Mai 2026 um 18:00 Uhr mit einer Vernissage eröffnet, an der Interessierte kostenfrei und ohne Anmeldung teilnehmen können. 

Die Bilder sind dann bis einschließlich 17. Juli 2026 in der PIArt-Galerie während der Öffnungszeiten der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) am Bezirksklinikum Regensburg - ebenfalls kostenlos - zu besichtigen.

Bildrechte & Copyright

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