Therapie suchtkranker Straftäter:innen

Entwöhnung, Abstinenz und Vorbereitung auf ein neues Leben

Willkommen auf unseren Informationsseiten!

Im Zentrum für Forensische Suchttherapie werden an beiden Standorten - am Bezirkskrankenhaus Parsberg und am Bezirksklinikum Regensburg - straffällige volljährige Patient:innen mit Abhängigkeitserkrankungen versorgt.

Das sind Patienten, die im Zusammenhang mit ihrer Suchterkrankung eine Straftat begangen haben und zur Entwöhnungstherapie vom Gericht nach §64 Strafgesetzbuch in den Maßregelvollzug eingewiesen wurden. In der Regel handelt es sich um Abhängigkeiten von (illegalen) Drogen und/oder Alkohol. Die Behandlung zielt entsprechend auf eine Entwöhnungstherapie mit dem Ziel dauerhafter Abstinenz ab. 

Die Einrichtung bietet entsprechend eine integrierte Gesamtversorgung der Patient:innen (psychiatrisch-medizinisch, psychotherapeutisch, psychoedukativ, milieutherapeutisch) auf spezialisierten Stationen.

Das chefärztlich geführte Zentrum gehört zur Klinik für Forensische Psychiatrie & Psychotherapie.

Der schnelle Überblick

Hier finden Sie erste wichtige Informationen zum Leistungsspektrum des Zentrums sowie zu unserer Erreichbarkeit.

Behandlungsschwerpunkte

Die Kernaufgabe des Zentrums besteht darin, die zugewiesenen Patient:innen differenziert zu diagnostizieren, zu sichern und erfolgreich zu behandeln. Nur so kann die Selbst- und Fremdgefährdung der Patient:innen reduziert und ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft ermöglicht werden.

Das ausführliche Klinikkonzept finden Sie im Bereich "Broschüren & mehr" auf dieser Seite.

Besonderer Auftrag: Sicherung

Der Sicherungsauftrag bezieht sich auf die Patient:innen, die Mitarbeiter:innen und die Gesellschaft. Im Auftrag der Klinikleitung konzeptioniert, koordiniert und kontrolliert der Sicherheitsbeauftragte alle hierfür erforderlichen Maßnahmen. Nur durch ein aufeinander abgestimmtes Konzept von äußeren und inneren Sicherheitsmaßnahmen ist es möglich, ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.

Behandlungsangebote

Diagnostik & Aufnahme

Bei Aufnahme werden die Patient:innen zunächst hinsichtlich ihrer Biographie, ihrer sucht-, delinquenz- und gegebenenfalls psychiatriespezifischen Vorgeschichte untersucht und ein psychopathologischer Befund erhoben. In Abhängigkeit vom erhobenen Befund wird, wenn nötig, eine entsprechende medizinische Maßnahme eingeleitet. Dazu arbeitet ein multiprofessionelles Team von Ärzt:innen, Therapeut:innen, Psycholog:innen, Pädagog:innen und Pflegekräften eng zusammen.

Der Pflegedienst begleitet die Patient:innen während der gesamten Therapie einschließlich der Nachsorgezeit. Die Gestaltung eines lern- und veränderungsfördernden therapeutischen Milieus (in Abgrenzung zum sogenanntes „Knastmilieu") steht im Mittelpunkt der klinischen Bemühung.

Hinweise für Patient:innen zum Thema "Aktive Mitarbeit" finden Sie im Bereich "Broschüren & mehr" auf dieser Seite.

Beratungs- und Therapieangebote

Der individuelle Therapieplan ist abhängig vom jeweils erreichten Therapiefortschritt und wird zusammen mit dem Patient:innen besprochen. Je nach Therapiefortschritten und Einschätzung der forensischen Prognose werden den Patient:innen auch Vollzugslockerungen (zum Beispiel Ausgänge oder Beurlaubungen) gewährt.

Der Therapieplan beinhaltet unter anderem

  • Bezugspflegesystem
  • Deliktorientierte Gruppentherapie (beispielsweise Anti-Aggressivitäts-Training, Reasoning & Rehabilitation)
  • Ergotherapie 
  • Krankheitsspezifische Gruppentherapie
  • Psychotherapeutische Einzelgespräche
  • Pharmakotherapie inklusive der Substitutionsbehandlung von opiatabhängigen Patient:innen in besonderen Ausnahmefällen
  • Rhythmusgruppen
  • Sozialpädagogische Beratung und Unterstützung
  • Sporttherapie
  • Tiergestützte Therapie
  • Training kognitiver Fähigkeiten
  • Training sozialer und lebenspraktischer Kompetenzen

Erläuterungen zu den Therapieangeboten finden Sie im im Bereich "Broschüren & mehr" auf dieser Seite.

Informationsgruppe für Angehörige

Durch eine Erkrankung und die damit verbundene forensische Unterbringung eines nahestehenden Menschen sind auch die Angehörigen betroffen.

Aus diesem Grund bietet die Klinik für Forensische Psychiatrie & Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg eine Informationsgruppe für Angehörige an. Nähere Informationen dazu finden Sie im unter "Broschüren & mehr" auf dieser Seite.

Behandlungsmöglichkeiten

Stationäre Behandlung

Suchtkranke Straftäter:innen (§ 64) können stationär in Regensburg und Parsberg behandelt werden.

Neben biologischen und psychotherapeutischen Therapieverfahren legt die Klinik besonders großen Wert auf die Gestaltung eines gesunden und gesundheitsförderlichen Milieus in den Krankenstationen. Verschiedene Berufsgruppen wirken mit, um den Patient:innen einen gesunden Alltag zu ermöglichen beziehungsweise überhaupt beizubringen, wie man seinen Alltag einrichtet und wie man mit alltäglichen Stress-Situationen umgeht.

Das spezialisierte Team besteht aus Ärzt:innen, Psycholog:innen, Sozialpädagog:innen, Ergo- und Sporttherapeut:innen und den pflegerischen Mitarbeiter:innen.

Ambulante Behandlung

Nach der Entlassung aus dem Maßregelvollzug erfolgt die ambulante Weiterbetreuung durch unsere forensisch-psychiatrischen Ambulanz. Dies dient der langfristigen Sicherung des Behandlungserfolgs.

Besondere Einrichtungen: Schulischer Bereich

In einem jeweils einjährigen Kurs wird am Standort Regensburg Unterricht angeboten, der mit der Prüfung zum qualifizierenden Abschluss der Mittelschule endet. Hier werden an drei bis fünf Tagen pro Woche geeignete Patient:innen in den dafür ausgewählten Fächern unterrichtet.
Auch am Standort Parsberg haben Patient:innen die Möglichkeit, an Schulunterricht teilzunehmen, der mit der Prüfung zum qualifizierenden Mittelschulabschluss oder zur Mittleren Reife (M-Zug) abschließt.

An beiden Standorten wird laufend Unterricht in Deutsch als Fremdsprache angeboten. Grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache sind für die Therapie zwingend erforderlich. Auch schriftliches Formulieren und Rechtschreibkenntnisse werden hier vermittelt.

Der Unterricht findet in der jeweiligen Einrichtung statt, die Prüfungen werden in der Regel extern durchgeführt.

Ferner unterstützt die Klinik die Patient:innen in allen schulischen Angelegenheiten, beispielsweise wenn diese eigenständig die Mittlere Reife nachholen wollen oder Schulabschlüsse anerkannt werden sollen.

Entlassstation

Vorbereitung auf die Entlassung

Bei günstigem therapeutischen Verlauf, psychischer und körperlicher Stabilität und einer forensischen Prognose, die Deliktfreiheit erwarten lässt, erreichen Patient:innen die Entlassvorbereitungsphase.

In diesem letzten Abschnitt der stationären Behandlung suchen sich die Patient:innen eine eigene Wohnung, wenn sie vorher in ausreichendem Umfang durch Arbeitseinkommen – in Ausnahmen auch durch andere Einkommensformen – genügend Geld dafür zur Verfügung haben. Häufig jedoch ist eine betreute Wohnform für die Entlassungspatient:innen die bessere Wahl. Bei betreuten Wohnformen handelt es sich um therapeutische Wohngruppen, Heime und soziotherapeutische Übergangseinrichtungen, mit denen die Klinik zusammenarbeitet.

Viele Patient:innen finden schon vor der Entlassung ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Die verschiedenen Anteile der Entlassungsvorbereitung werden insbesondere im Probewohnplan durch den Forensischen Sozialpädagogischen Dienst erstellt und gemeinsam mit dem Patient:innen bearbeitet. Ihr Behandlungsteam berät und unterstützt die Patient:innen in den jeweils individuellen Aspekten und Problemlagen der Resozialisierung.

Abhängig von den Umständen des Einzelfalles schlägt die Klinik der Strafvollstreckungskammer Weisungen vor, die die Patient:innen jeweils in der Bewährungszeit zu erfüllen haben. Ein wichtiger Punkt bei der Entlassung, der sich auch in diesen Weisungen niederschlägt, ist der sofortige Beginn einer adäquaten fachlich kompetenten ambulanten Nachsorge. Dazu steht eine forensische Nachsorgeambulanz zur Verfügung. Hier werden die Patient:innen auch weiterhin von dem schon stationär für sie zuständigen Therapeutenteam begleitet.

Kontakt, Terminvereinbarung & Anfahrt

Zentrum für Forensische Suchttherapie
der Klinik für Forensische Psychiatrie & Psychotherapie

Zentrumsleitung

  • Dr. med. Susanne Bader, Chefärztin
  • Reinhard Koller, Leiter Patienten- & Pflegemanagement Parsberg
  • Konrad Wagner, Leiter Patienten- & Pflegemanagement Regensburg

Nachsorgeambulanz:

Forensisch-psychiatrische Ambulanz Regensburg
Fon +49 (0) 941/941-2680 | Fax +49 (0) 941/941-2685
ambulanz-for-r[at]medbo.de

So finden Sie zu uns:

Genaue Anfahrtsbeschreibungen und Routenplaner finden Sie auf unseren Standortseiten Regensburg und Parsberg.

Broschüren & mehr