Unbekannte beschädigen T4-Gedenkstätte

Die T4-Gedenkstätte erinnert an Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde - nach den Beschädigungen läuft nun die Aufklärung.

Am Wochenende vom 16. und 17. Mai 2026 ist es am Bezirksklinikum Regensburg zu Beschädigungen an der T4-Gedenkstätte der medbo gekommen. Bei der Aktion T4 – Die Tiergartenstraße 4 in Berlin war die zentrale Planungsstelle dafür – verübte das NS-Regime einen systematischen Massenmord an Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Erkrankungen oder Behinderungen. Vom Vandalismus betroffen sind mehrere Bildelemente der Gedenktafeln. Darüber hinaus wurde auch eine Heiligenstatue vor der Kirchentür St. Vitus beschädigt. Bezirkstagspräsident Franz Löffler spricht von einem ernsten Vorfall: „Dieser Ort erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde und steht für die historische Verantwortung, dieses Unrecht sichtbar im Bewusstsein zu halten.“

Zeugen gesucht
Eine Strafanzeige ist bereits gestellt. Die Umstände müssten nun sorgfältig aufgeklärt werden, so Löffler weiter. Hinweise aus der Bevölkerung oder von Besucherinnen und Besuchern könnten dazu beitragen. „Wir sind dankbar für jede Rückmeldung, die weiterhelfen kann.“ Wer im Zeitraum zwischen Samstag, 17. Mai 2026, 17 Uhr, und Sonntagmorgen, 18. Mai 2026, etwas beobachtet hat oder Hinweise geben kann, kann sich per E-Mail an rechtsabteilung@medbo.de wenden.

Erinnerung bleibt
Zugleich betont Löffler die bleibende Verantwortung des Bezirks: „Die Erinnerung an die Opfer bleibt. Sie lässt sich weder zerkratzen noch einschüchtern. Der Schutz solcher Orte ist keine Nebensache. Er gehört zu unserer historischen Verantwortung – und zu unserem Selbstverständnis als öffentlicher Träger.“