Frühdienst auf Station, Unterricht am Vormittag, danach Familie organisieren: Für Helena Hausler gehört dieser Ablauf seit einigen Monaten zum Alltag. Die Regensburgerin absolviert seit September 2025 die generalistische Pflegeausbildung in Teilzeit an den medbo Pflegeschulen. Zuvor arbeitete sie viele Jahre im medizinischen Bereich, zuletzt als Leiterin des Ambulanzsekretariats in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der medbo. „Die Teilzeitausbildung ist für mich kein Umweg, sondern mein bewusster Schritt in einen Beruf, der sich endlich richtig anfühlt.“
„Mir hat die Arbeit mit Patienten gefehlt“
Hauslers beruflicher Weg begann mit einer Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten in einer Tierarztpraxis. Dort sammelte sie erste Erfahrungen im medizinischen Bereich. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre in einer Kinderarztpraxis sowie ein weiteres Jahr in einer Praxis für Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie. Später wechselte sie in die Kinder- und Jugendpsychiatrie der medbo in Regensburg – zunächst als Mitarbeiterin im Ambulanzsekretariat und dann als Chefarzt- und Lehrstuhlsekretärin. Die Arbeit war verantwortungsvoll, doch etwas fehlte.„Mir hat die direkte Arbeit mit Patientinnen und Patienten gefehlt“, sagt sie rückblickend. Ein Praktikum in der Onkologie bestätigte diesen Eindruck. Der Wunsch, selbst in der Pflege zu arbeiten, wurde konkreter.
„Das war wie bestellt“
Lange schien die Idee jedoch schwer umsetzbar. Die 38-jährige hat zwei Kinder, der jüngere Sohn besucht noch den Kindergarten. Eine Vollzeitausbildung wäre organisatorisch kaum möglich gewesen. Dann entdeckte sie zufällig beim Mittagessen in der Kantine den Flyer zur Teilzeitausbildung. „Das war wie bestellt“, sagt sie und lacht. „Da habe ich mir gedacht: Jetzt probiere ich es einfach.“
Teamarbeit im Pflegealltag
Inzwischen hat Hausler ihre ersten Praxiseinsätze absolviert – unter anderem in der Psychiatrie. „Was mich wirklich überrascht hat, ist die gute Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team“, sagt sie. „Pflegekräfte, Ärztinnen und Therapeutinnen arbeiten hier sehr eng und auf Augenhöhe zusammen.“ Besonders gern arbeitet sie direkt mit den Patientinnen und Patienten. „Natürlich gehört die Grundversorgung dazu. Aber Pflege ist mehr als das. Ein offenes Ohr oder ein Spaziergang im Garten sind genauso wichtig.“
Ausbildung und Familie
Die Teilzeitausbildung ermöglicht es ihr, Ausbildung und Familie miteinander zu verbinden. Der Unterricht findet überwiegend am Vormittag statt, Praxiseinsätze lassen sich flexibel planen. Der Alltag ist manchmal dicht getaktet. Unterstützung erhält Hausler jedoch auch im privaten Umfeld: Ihr Mann, beide Großmütter und ihre Familie helfen regelmäßig bei der Organisation der Kinderbetreuung. „Wenn ich gezweifelt habe, dann höchstens daran, ob ich meinen Kindern gerecht werde“, sagt sie. Heute weiß sie, dass sich der Schritt gelohnt hat. Auch ihre Kinder sind stolz darauf, dass sie noch einmal eine Ausbildung begonnen hat. „Es fühlt sich einfach nach dem richtigen Beruf an.“
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Text und Fotos: © medbo KU | K.Erbrich