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Institut für Neuroradiologie

medbo Bezirksklinikum Regensburg

Das Institut ist eine selbstständige Abteilung und zuständig für die Sicherstellung der radiologischen und neuroradiologischen Versorgung aller Kliniken und Einrichtungen des medbo Bezirksklinikums Regensburg. Das Untersuchungsspektrum des Instituts für Neuroradiologie reicht von Kindern bis zu gerontologischen Patient:innen, von ambulanten Patient:innen mit festen Terminen über nächtliche Notfallpatient:innen bis hin zu intensivpflichtigen Schwerstkranken.

Die moderne Geräteausstattung mit digitalem Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT), Spiral-Computertomographie (CT) und Digitaler Subtraktionsangiographie (DSA) ermöglicht das gesamte Spektrum der diagnostischen Neuroradiologie am Standort:

  • Anatomische und funktionelle Bildgebung von Gehirn und Rückenmark beispielsweise bei Tumoren, Schlaganfall, Blutungen, entzündlichen Erkrankungen, psychiatrischen Erkrankungen
  • Nicht-invasive und invasive Gefäßdarstellungen der hirnversorgenden Arterien und ihrer Erkrankungen
  • Interventionell-neuroradiologische Behandlungen wie beispielsweise intraarterielle Thrombektomien beim Schlaganfall
  • Stent-Behandlungen von Engstellen hirnversorgender Gefäße extra- und intrakraniell

Die minimal-invasiven Eingriffe und ihre Alternativen werden den Patient:innen dabei immer in Abstimmung mit den betreuenden Ärzt:innen der zuweisenden Kliniken angeboten.

Ein solch breites Spektrum an Aufgaben und diagnostischen sowie therapeutischen Angeboten im Institut für Neuroradiologie setzt ein engagiertes, kompetentes und ständig weiterlernendes Team im ärztlichen und nicht-ärztlichen Dienst voraus.

Prof. Dr. med. Christina Wendl,
Ärztliche Direktorin des Instituts für Neuroradiologie

Gefäßverengungen und Gefäßverschlüsse

Verengungen oder akute Verschlüsse von hirnversorgenden Arterien können eine Minderdurchblutung des Gehirns zur Folge haben.

Die häufigste Ursache eines akuten Verschlusses ist ein Blutgerinnsel, das mit dem Blutstrom in ein hirnversorgendes Gefäß gespült wurde und dort das Gefäß akut verstopft. Die Folge daraus kann ein Schlaganfall sein. Handelt es sich um einen Gefäßverschluss eines zentralen Hirngefäßes und ist der Verschluss erst vor wenigen Stunden aufgetreten, besteht in vielen Fällen die Möglichkeit, die Langzeitfolgen eines solchen Schlaganfalls zu mildern oder sogar ganz zu verhindern indem das Gerinnsel zusätzlich zu einer medikamentösen Therapie (sogenannte Lyse) auch mechanisch aus dem Gefäß entfernt wird (Thrombektomie).

Auch die Verengung der Halsschlagader oder von Hirnschlagadern, die meist über Jahre langsam entstehen, kann einen Schlaganfall zur Folge haben. Neben der gefäßchirurgischen operativen Therapie kann auch eine minimal-invasive Behandlung einer solchen Gefäßverengung in vielen Fällen angeboten werden.

Endovaskuläre Intervention und Stenttechnologie

Endovaskuläre Behandlungen von Gefäßverengungen und -verschlüssen werden an unserem Institut sowohl elektiv als auch im Rahmen von Notfallbehandlungen häufig und immer in enger Kooperation mit der medbo Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Regensburg durchgeführt.

Für eine neuroradiologische minimal-invasive Behandlung über das Gefäßsystem wird nach örtlicher Betäubung (oder in Vollnarkose) eine große Arterie in der Leiste mit einer sehr dünnen Nadel punktiert.

Über diese Punktionsstelle ist es möglich, unter ständiger Bildkontrolle einen kleinen Katheter (dünnes, schlauchähnliches Instrument) einzuführen, mit dem die verengten oder verschlossenen Gefäßabschnitte aufgesucht werden können.

Im Falle eines akuten Schlaganfalls durch ein Gerinnsel kann dieses dann über den einliegenden Katheter abgesaugt oder mit einem sogenannten Stentretriever herausgezogen werden.

Sollte eine Gefäßverengung vorliegen kann in ausgewählten Fällen therapeutisch sinnvoll sein, in den verengten Gefäßabschnitt ein kleines Metallgitterröhrchen (Stent) zu implantieren, um wieder eine ausreichende Durchblutung des nachgeschalteten Hirngewebes zu gewährleisten.