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PIArt

Virtuelle Galerie der besonderen Art

Kunst entsteht überall. Aber Kunst mit Anspruch braucht seelische Tiefe.

Wir - das Team der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) am medbo Bezirksklinikum Regensburg - schaffen mit unserer Galerie PIArt  einen analogen und gleichzeitig virtuellen Raum für besondere Kunst. Hier zeigen Künstler:innen mit seelischer Krisenerfahrung der Öffentlichkeit: Ihre Werke haben künstlerischen und handwerklichen Anspruch - sie haben eine Aussage. Organisatorisch unterstützt werden wir dabei von den Kunstsachverständigen des Bezirks Oberpfalz und dem Regensburger Verein Irren ist menschlich e.V.

In Kooperation mit

Begegnungen sind Segnungen

Werke der Gruppe "Der blaue Stier"

Ausstellung vom 19. Mai bis 14. Juli 2022

Die ausgestellten Werke spiegeln manchmal einschneidende, oft beglückende, immer aber wichtige Impulse und Erlebnisse in den Leben der Künstler:innen Harriet Burden, Johannes Frank und Thomas Plecher. Die Bilder berühren und bewegen in ihrer Privatheit und Intimität. Viele der Artefakte sind auch in der Zeit der Corona-Pandemie entstanden, stehen damit stark unter dem Eindruck von Isolation und Rückzug. Die Ausstellung "Begegnungen sind Segnungen" erzählt deswegen auch vom Glück der drei Künstler, sich als Gruppe begegnet zu sein; von einer dreigestaltigen Kunst aus drei menschlichen Richtungen; von einem sehr persönlichen Werk, das für die Öffentlichkeit geschaffen ist, anregen und inspirieren soll.

Der Blaue Stier

Die Regensburger Künstler:innen Harriet Burden, Johannes Frank und Thomas Plecher bilden die Gruppe "Der Blaue Stier". Der Name ist inspiriert von einem der Werke Thomas Plechers, das auch Teil dieser Ausstellung ist: "Think blue". Das Gemälde zeigt besagten Stier mit einem schwarzen Raben (dem weisen Einflüsterer und manchmal einem Mephistopheles gleich - klug, listig und manipulativ) auf einem Horn, umgeben von den drei Primärfarben, dem farblichen Fundament der Malerei: Rot, Gelb, Blau. 

Die Künstler trafen sich erstmals bereits vor einigen Jahren im Umfeld anderer Ausstellungen. "Irgendwann ergab sich ein Treffen in der Alten Mälzerei in Regensburg", erinnert sich Thomas Plecher, "zu einem Konzert. Es brannte ein Feuer in unseren Herzen und unseren Augen, und wir waren überzeugt, als Zusammenschluß dreier Künstler könnten wir unseren Platz finden in der Regensburger Kulturszene." Die drei Kunstschaffenden traten in einen intensiven Austausch über ihre Absichten, ihre Motivation zur Kunstmalerei, über das Leben und die Dinge, die es ausmachen. Am 4. Januar 2020 - wieder in der Alten Mälzerei - war es soweit: Der "blaue Stier" wurde geboren. Und dann kam Corona ...  "Im 'blauen Stier' haben wir 'Bildbriefe' erfunden, um uns malerisch zu begegnen und nacheinander gemeinsame Bilder zu gestalten, als der persönliche Kontakt aufgrund der Pandemie nicht möglich war", erzählt Johannes Frank über diese zwei Jahre. Zwei dieser Bildbriefe und andere gemeinsame Arbeiten sind nun endlich auch öffentlich zu sehen: "Begegnungen sind Segnungen" in der PIArt ist das erste gemeinsame Ausstellungsprojekt der Gruppe. 

Johannes Frank

Der Künstler zeichnet seit seiner Kindheit, die Malerei ist ihm im Auf und Ab der Zeit Lebenselixier geworden. Mit der Gründung der Gruppe "Der blaue Stier" wurde er sehr produktiv und begann verschiedene Serien von Acrylgemälden. In der Serie "Meine Kunstgeschichte", die zum Teil in der PIArt zu sehen ist, widmet er sich Bildern aus der Kunstgeschichte, die ihn faszinieren, und interpretiert sie auf seine Weise neu. In seiner Malerei interessiert Johannes Frank sich für das Abgründige, was er bereits bei früheren Ausstellungen etwa im Kunst- und Gewerbeverein in Regensburg zeigen konnte. 

Harriet Burden

Die Künstlerin, die unter dem Pseudonym Harriet Burden ausstellt, malt und zeichnet seit ihrer Kindheit. Der Künstlername entstammt dem Buch „Die gleißende Welt“ von Siri Hustvedt. Burden steht für „Bürde“. Die handwerklichen Kenntnisse, die die Malerei erfordert, konnte sie sich im Laufe der Zeit über Seminare als Gaststudentin an der Universität Regensburg und an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee aneignen.
Eines ihrer Gemälde ziert seit 2007 die Speisekarte einer Regensburger Cafébar, ein weiteres hing in einem Sitzungssaal des Regensburger Rathauses am Haidplatz. 2021 ist ein großformatiges Wandgemälde mit dem Titel „Rapport“ in einem neu errichteten Forschungszentrum nähe Budapest nach Vorlage eines ihrer Werke entstanden. Ihre Gemälde sind stets unberechenbare Geflechte aus Fundsachen und Malerei. Getrieben von einem skurrilen Humor führt sie den Betrachter, stets respektvoll, vor die schwer unumkehrbaren Bedingungen unserer Gemeinschaften, unserer Sehnsüchte und Geschlechterrollen. Auch dem Sujet der Portraitmalerei widmete sie sich intensiv, deshalb sind in der PIArt viele ihrer Portraits und Selbstportraits vertreten. Die Künstlerin dazu: „Durch Kreativität werden wir sichtbar – ganz ohne Fassade. Wir können ausdrücken, wie wir uns fühlen, was uns bewegt und berührt. Ich male deshalb Portraits, weil sie inneres Erleben anschaulich machen können. Befindlichkeiten, Gefühle und Stimmungen, die einem Außenstehenden in direktem Kontakt oder bei der Betrachtung eines Profilfotos zum Beispiel entgehen würden. Indem man kreativ ist, kann man in einen Dialog mit sich selbst treten und bekommt Zugang zu einer inneren Welt. Der Intuition. “ Auch bei der „Großen Ostbayerischen Kunstausstellung“ im Frühjahr wurden zwei ihrer Selbstportraits mit dem Titel „Corona-Tristesse“ gezeigt.

Thomas Plecher

Plechers persönliche künstlerische Wurzeln liegen in der Druckerei. Als Handwerk hatte er das in den 1980er Jahren in Schwandorf während einer Ausbildung zum Drucker erlernt. Seine erste Ausstellung mit Monotypie-Druckbildern fand schon während der Ausbildungszeit im März 1986 im Altstadtcafe Galerie in Roding statt. Wichtige Begegnungen in den kommenden Jahren lösten bei ihm dann den Wunsch aus, von der Einfarbigkeit in die Mehrfarbigkeit zu wechseln. "Also nahm ich den Pinsel und ein paar Acrylfarben zur Hand und ging auf Leinwand." Seither ist Thomas Plecher in beiden Welten zuhause: in der Malerei, aber immer noch ein wenig auch in der Druckerkunst.

 

 

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Corona & Hygiene
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PIArt Galerie

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